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Gastkommentar: Die Masken der Atomenergie
Von Jörg Mayer

Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien
Der deutsche Atomausstieg ist politisch gewollt und entschieden. Er wurde im Jahr 2001 auch von der Energiewirtschaft in Kenntnis der Konsequenzen unterschrieben. Der Ausstiegsbeschluss hat einen langen gesellschaftlichen Konflikt befriedet und damit Klarheit über Investitionsbedingungen im Energiebereich geschaffen. In der Aufgeregtheit des Wahlkampfes verbreiten einige Politiker die Behauptung, eine Laufzeitverlängerung sei wieder notwendig. Mal werden Klimaschutzgründe angeführt, mal die perfekte Partnerschaft mit erneuerbaren Energien. Wer so argumentiert, bewegt sich auf dünnem Eis. Es ist erwiesen, dass mit der Erzeugung einer Kilowattstunde Atomstrom durch den Abbau und die Aufbereitung von Uran, den Transport und den Betrieb der Kraftwerke zwischen 32 und 65 Gramm CO2 ausgestoßen werden. Eine Kampagne des Deutschen Atomforums will dagegen den Eindruck erwecken, diese Energie sei CO2-frei. Irreführung ist noch ein höfliches Urteil.
Schließlich ist es unerheblich, in welcher Stufe der Energieerzeugung die CO2-Emissionen entstehen. Da träge Grundlast-Kraftwerke und schwankende Wind- und Sonnenenergie nicht zusammenpassen, wird einer den Kürzeren ziehen. Bei einem Anteil von 47 Prozent erneuerbarem Strom bis 2020 ist der Konflikt schon programmiert. Erneuerbare Energien erfüllen den Dreiklang aus Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit am besten, benötigen dafür aber den Atomausstieg und keine zusätzlichen Kohlekraftwerke.
Der Autor ist Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien





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