Presseschau 28. Mai 2009/I

Wie gesagt, diese Woche steht die Solarenergie im Vodergrund. In München findet derzeit die Intersolar statt. Auf 104.000 Quadratmeter stellen sich rund 1.400 Unternehmen und Initiativen den Fragen des Fachpublikums. Am gestrigen Mittwoch wurde zudem von Bundeswirtschaftsminister Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg sechs innovative Unternehmen mit dem Intersolar Award ausgezeichnet. Carsten Körnig, Geschäftsführer vom Bundesverband Solartwirtschaft e.V. (BSW-Solar) erklärte, die Solarbranche stehe auch 2009 “vergleichsweise stabil” da und es sei in den kommenden Monaten mit einer Marktbelebung zu rechnen.

Erneuerbare übertreffen Erwartungen, schreibt die Financial Times Deutschland. Die Agentur für Erneuerbare Energien in Berlin verglich in einer Studie 50 der wichtigsten Szenarien für Deutschland, Europa und die Welt mit dem tatsächlich Erreichten. Die meisten Prognosen wurden deutlich von der Ausbaudynamik der Erneuerbaren Energien übertroffen. „Erneuerbare Energien dürfen nicht systematisch kleingerechnet werden“, sagt Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „Von Prognosen hängen wichtige energiepolitische Weichenstellungen ab. Ob eine Technologie als vielversprechend eingeschätzt wird oder nicht, wirkt sich auf Investitionen und Forschungsanstrengungen aus. Das entscheidet auch darüber, welche Art der Energieversorgung wir in wenigen Jahren haben werden“, so Mayer weiter.

Ähnlicher Ansicht dürfte SPD-Bundestagsabgeordneter Hermann Scheer sein: “Ich glaube, dass es bis Ende der 20er-Jahre möglich ist, die volle Umstellung der Stromversorgung auf erneuerbare Energien zu erreichen, überall.” Für einen Green New Deal machte sich Reinhard Bütikofer, Spitzenkandidat der Grünen für das Europaparlament, stark: “Die Industrie muss sich ökologisieren.” 250000 neue Arbeitsplätze hätten erneuerbare Energien in Deutschland geschaffen; hier sieht Bütikofer noch mehr Potenzial.

Zwei weitere Möglichkeiten, gegen den Klimawandel vorzugehen: Die skandinavischen Thronfolger wollen mit einem Besuch in Grönland auf die Problematik hinweisen. Norwegens Kronprinz Haakon, die schwedische Prinzessin Victoria und der dänische Kronprinz Frederik trafen zu ihrem fünftägigen Besuch vor Ort ein. Bis zum 1. Juni wollen sie sich mit einer Gruppe von Forschern an verschiedenen Orten über die Folgen der Erderwärmung in der Region informieren.
Zweite Möglichkeit: paint it white! Der amerikanische Energieminister Steven Chu will die Welt weißfärben, um die Erderwärmung zu bekämpfen. Durch beispielsweise weiße Dächer würde deutlich mehr Sonnenlicht reflektiert als bei normalen Dächern. “Die Energie geht zurück in den Weltraum statt in den Stein”, sagte Chu. Die Gebäude müssten dadurch weniger klimatisiert werden, was erheblich zum Energiesparen beitrage. Zudem werde weniger Wärme in Bodennähe gespeichert. Doch der Plan geht noch weiter: Auch Straßen sollen weißer werden, genau so sollen mehr weiße Autos vermarktet werden. Ob  die Musikanten gestern auf der Intersolar deshalb den Schneewalzer zum Abendessen gespielt haben?

Und täglich grüßt Del.icio.us!