Presseschau 17. Juni 2009/I

Die Energiewende lohnt sich – titelt die Frankfurter Rundschau. Und: die Macht geht von den Kommunen aus. Das ist das Fazit der Konferenz 100%-Erneuerbare-Energie-Regionen die noch heute in Kassel stattfindet. Beispiel Trendelburg: Knapp 6.000 Einwohner, knapp 7.000 Hektar Fläche, vier Wasserkraftwerke, zwei Windparks, eine Biogas– und mehrere kleine Solaranlagen. Das Städtchen produziere mehr Strom, als es brauche, berichtet Bürgermeister Bernhard Klug. Rund 30 zusätzliche Arbeitsplätze habe der energiepolitische Kurs schon gebracht. Bis zu 30 weitere Jobs erwartet er, wenn ein Hersteller von Solarbeschichtungen 2010 seine Fertigung eröffnet. Hört sich gut an? Hier hört sich sich wirklich gut an, im Podcast der Kasseler Zeitung.

Sonnenstrom aus der Sahara – das war DIE Nachricht gestern. Jedoch gibt es auch kritische Stimmen. Hausdach statt Wüste, schreibt Bernward Janzig. „Vorsicht ist gleichwohl in einem Punkt angebracht: Es darf keinesfalls passieren, dass die Wüstenpläne dem Ausbau der dezentralen Solarkraft in Deutschland auch nur den geringsten Schaden zufügen. Sollte die Politik eines Tages mit Verweis auf den Saharastrom den heimischen Solarstrom bremsen, wäre das fatal.“ Die erfolgreichste Technik der Sonnenernte sei diese vom Dach. Bereits in drei bis spätestens fünf Jahren werde dieser Strom in Deutschland billiger sein als jener aus der Steckdose. Er ist mit seiner Skepsis nicht alleine: „Ich kann die Pläne nicht nachvollziehen“, sagt Stephan Kohler, der Chef der Deutschen Energie-Agentur (Dena) in der Financial Times Deutschland. Auch Frank Asbeck, Solarworld-Chef,  kritisiert die milliardenschweren Pläne: „Baut man die Solarkraftwerke in politisch instabilen Ländern, bringt man sich in die gleiche Abhängigkeit wie beim Öl.“

Unterdessen beantrag Vattenfall beim schleswig-holsteinischen Sozialministerium die Wiederinbetriebnahme vom AKW Krümmel. Mit einer Entscheidung sei in wenigen Tagen zu rechnen, erklärte der zuständige Abteilungsleiter Wolfgang Cloosters. Seit knapp zwei Jahren steht der Meiler nach einem Brand still.

Und zum Schluss noch eine Nachricht von der CCS-Front: das Gesetz zur unterirdischen Speicherung von CO2 wurde von der Union verschoben. Derweil macht die evangelische Kirche Stimmung gegen solche CO2-Endlager. Tja, hätten wir nicht so viele Kohlekraftwerke und wären nicht so viele in Planung, müssten wir auch nicht über die Verbuddelung des Umweltgiftes nachdenken.

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