Erneuerbaren Energien sind konkurrenzfähig

Kasseler Kongress mit Schub für die Weiterentwicklung regenerativer Energien

Einen weiteren Schub für den Einsatz regenerativer Energien erwarten Veranstalter und Teilnehmer vom ersten Kongress „100% Erneuerbare-Energie-Regionen – Umsetzungsstrategien für Kommunen und Landkreise“ in Kassel. Über 500 Teilnehmer aus Verwaltungen, Unternehmen und Forschung informierten sich in Vorträgen und Foren und tauschten erprobtes Praxiswissen zur Umstellung auf Erneuerbare Energien in Regionen und Kommunen aus. „Der Wandel des Energiesystems muss vor allem in den Regionen geleistet werden“, betont Harry Lehmann, Fachbereichsleiter beim Umweltbundesamt und Experte für nachhaltige Energiesysteme. „Auch eine vollständige, also 100%-Versorgung aus erneuerbaren Energiequellen ist aus heutiger Sicht in einem effizienten und intelligent gesteuerten Energiesystem möglich“, so Lehmann.

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Unter der Leitung von Hanne May (Zeitschrift Neue Energie, rechts), diskutierten zu den Themen "Partizipation, Kommunikation und Vernetzung" (v.l.) juwi-Vorstand Matthias Willenbacher, Carsten Wachholz (NABU Deutschland) und Hannelore Reinbold-Mench (Gemeinde Freiamt)

Diese These konnte auch Matthias Willenbacher, Gründer und Vorstand der juwi-Gruppe im rheinhessischen Wörrstadt, bei einem der sieben Spezialforen faktischen und mit praktischen Beispielen untermauern. „In Zusammenarbeit und mit unserer Unterstützung produziert die Hunsrückgemeinde Morbach bereits jetzt mehr Strom als die 11.000 Einwohner verbrauchen.“ Die Energielandschaft Morbach ist darüber hinaus ein Beispiel dafür, wie Konversionsflächen wie dieses größte Munitionslager der amerikanischen Streitkräfte sinnvoll umgewidmet werden können.

Zeigte wie engagiert die Möglichkeiten einer rein regenerativen Energieversorgung und ihre Vorteile auf: juwi-Vorstand Matthias Willenbacher

Zeigte wie immer engagiert die Möglichkeiten einer rein regenerativen Energieversorgung und ihre Vorteile auf: juwi-Vorstand Matthias Willenbacher

Neben einem aktiven Beitrag zum Klimaschutz garantieren Erneuerbare Energien langfristig stabile Energiekosten und wirtschaftliche Entwicklungschancen für die Regionen. „Spätestens bis 2030 werden die Erneuerbaren Energien so viele Menschen beschäftigen wie heute die Automobilindustrie. Welche Kommunen davon besonders profitieren werden, entscheidet sich schon heute. Der 16. Juni 2009 kann für viele ein Startpunkt dafür sein“, stellt Martin Hoppe-Kilpper, Geschäftsführer vom Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien deENet, fest. Auf dem Kongress wurden erstmalig die Ergebnisse des Projektes „Entwicklungsperspektiven für nachhaltige 100% Erneuerbare-Energie-Regionen“ vorgestellt, das deENet in enger Kooperation mit der Universität Kassel durchführt hat. Darin geht es vor allem um zwei wesentliche Ziele: Zum einen die Erforschung von Erfolgsfaktoren und Hemmnissen in Kommunen und Landkreisen, die sich bereits sehr intensiv mit diesem Thema beschäftigen, und zum anderen die Vernetzung dieser Kommunen und Regionen untereinander. Es gibt bereits rund 90 Regionen, die deENet als 100% Erneuerbare-Energie-Regionen klassifiziert. Dazu zählen 34 Landkreise und Regionalverbünde sowie 56 Kommunen.

Auch internationale Gäste, z.B. aus Mozambique, informierten sich beim Kasseler Kongress über 100% erneuerbar.

Auch internationale Gäste, z.B. aus Mozambique, informierten sich beim Kasseler Kongress über 100% erneuerbar.

Der zweitägige Kongress bot den Kommunalvertretern wertvolle Hinweise, was beim Umstieg auf Erneuerbare Energien zu tun ist: von der ganzheitlichen Planung über Finanzierungsfragen und rechtliche Gestaltungsmöglichkeiten bis hin zu Fragen der Bürgerbeteiligung. Veranstalter waren deENet, die Agentur für Erneuerbare Energien und der Deutsche Städte- und Gemeindebund. Juwi war mit einem Stand mit dem Schwerpunkt „100% erneuerbar“, der Kampagne und Vision seiner Gründer Fred Jung und Matthias Willenbacher, bei diesem auf bundesweites Interesse gestoßenen Kongress im historischen Palais Kassel vertreten.