Presseschau 24. Juni 2009/I

Gau in Oelde – diese Nachricht dürfte gestern einiger Bewohner der westfälischen Kleinstadt eiskalt getroffen haben. Was passiert ist? Zwei Jungen haben einen „Meiler“ aus einem Computergehäuse auf dem Gehweg errichtet, mit einem Schild, das vor Strahlung warnt. Nachdem die Kinder ihren Spielplatz kurz verlassen haben, stießen Passanten auf ihr Werk und alarmierten Polizei und Feuerwehr. Über das Lokalradio wurden Anwohner vorsorglich gebeten, die Häuser nicht zu verlassen. Und was sagt uns das? Ein Solarpark auf dem Gehweg ist ungefährlich und ruft keinen Großeinsatz hervor.

Elektromobilität, CCS und der grüne Bundestagswahlkampf sind die nächsten Themen.
US-Präsident Barack Obama will mit einer Milliarden-Hilfe umweltfreundliche Mobilität fördern. Ford bekommt 5,9 Milliarden Euro, Nissan 1,6 Milliarden Euro und Tesla 465 Millionen Euro. Damit sollen keine Finanzlöcher gestopft werden, sondern in Umwelttechnologien investiert werden. Nissan gab auch gleich bekannt, ab 2012 Elektroautos in Massenproduktion herzustellen. Ford wiederum stoppt sein Brennstoffzellenprojekt mit Daimler, um verstärkt in Elektromobilität zu investieren.
Gleichzeitig verkündete der der Klimaschutzbeauftragte der US-Regierung, Todd Stern, „das Ziel einer CO2-Kürzung um 40 Prozent bis 2020, gemessen an den Werten von 1990, sei weder notwendig noch machbar.“ Der Kongress strebe derzeit eine Reduzierung um 17 Prozent an. Experten im Auftrag der Vereinten Nationen haben jedoch empfohlen, sich noch ehrgeizigere Ziele zu setzen, um katastrophale Auswirkungen der globalen Erwärmung noch abzuwenden. So dringen sie auf eine Reduzierung um 25 bis 40 Prozent bis zum Jahr 2020.

„Das geplante Gesetz zu unterirdischen CO2-Speichern wird wohl nich mehr vor der Bundestagswahl kommen,“ schreibt die Berliner Zeitung. Das Gesetz sollte es den Energieversorgern ermöglichen, das bei der Erzeugung von Kohlestrom anfallende Gas abzutrennen und über Pipelines oder per Schiff zu den Lagern zu transportieren. Die Bedenken waren jedoch groß, vor allem in der Bevölkerung – wer will schon unterirdische Lagerstätten unter seinem Grundstück haben?

Öko-Rhetorik der Wahlkampfstrategen„, „Grüne müssen keine Angst haben„, „Der Kampf um die Ökos“ – die Berliner taz beschäftigt sich heute intensiv mit den grünen Wahlprogrammen von SPD und Union. Grund dafür, laut Udo Kuckartz, von der Uni Marburg: Der Klimawandel ist in der Bevölkerung angekommen, das Bewusstsein steigt, das Wissen nicht immer, aber die Parteien dürfen nach seiner Ansicht beim Klimaschutz keine Lücke lassen.

Zum Schluss noch der Hinweis auf die Antwort der Bundesregierung zum Solarstrom-Projekt Desertec: „Inwieweit
das Konzept umsetzbar ist, hängt allerdings von einer Reihe von Faktoren ab, insbesondere von der Entwicklung der Gestehungskosten solarthermisch erzeugten Stroms und der Mobilisierbarkeit der erforderlichen Finanzmittel in einer Größenordnung von mehreren Hundert Milliarden Euro. Hinzu kommen weitere Probleme, wie z. B. die Akzeptanz neuer Stromleitungen.“

So, und nun auf nach Twitterhausen.