Presseschau 24. Juni 2009/I

#CCS #CCS #CCS – die Medien sind voll von der Verschiebung. Heute morgen sprach Katherina Reiche (CDU) vom Verschulden der SPD auf Radio Eins, Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sagt wiederum „die Kanzlerin traut sich nicht, ihren Laden zur Ordnung zu rufen. Das hätte ich von ihr erwartet. Die CDU/CSU-Fraktion demontiert ihre eigene Kanzlerin, und die macht gute Miene zum bösen Spiel.“ Auf sie sei kein Verlass in der Energiepolitik.
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Bei Kernkraftwerken ist Merkel sich allerdings sicher: Laufzeitverlängerung muss her. Wegen der Versorgungssicherheit. Und das obwohl das Öko-Institut eine neue Studie veröffentlichte, nach der Strompreise mit Atomkraft nicht sinken würden wie immer behauptet. Ganz im Gegenteil: „Von Laufzeitverlängerungen würden nur die Konzerne profitieren.“ Und weiter: „Den billigsten Strom findet man – ebenso wie den teuersten – in Ländern, die auf Atomkraft ganz verzichten. Die Daten der deutschen Strombörse belegen: Wenn viele Atomkraftwerke wegen Wartungsarbeiten oder nach Pannen stillstehen, steigt der Strompreis nicht. Das war im Jahr 2007 gut zu beobachten, als zeitweise knapp die Hälfte der deutschen AKW nicht am Netz war.“ Hier gehts zur ganzen Meldung und zur Studie, hier zum Artikel im Handelsblatt und hier zu Spiegel Online.
Die taz spricht heute von einer „begrenzten Renaissance“ was die Atomkraft anbetrifft. Von einem globalen Wiedererstarken seien wir weit entfernt, die Zahl der aktiven Meiler sinke, alte müssten in den nächsten Jahren abeschaltet werden. Atomkraft gebe es nur in Ländern wo dies politisch gewollt sei: „Und die Wirtschaftlichkeit? Dafür sorge immer der Staat, erzählen die Atomkraftgegner.“

Man munkelt, man munkelt – geht die Dame nach Abu Dhabi und nicht ins beschauliche Bonn? Welche Dame? Irena, die International Renewable Energy Agency. Kommende Woche treffen sich die 100 Mitgliedsstaaten in Sharm El Sheik um über den künftigen Standort abzustimmen. Schon heute scheint klar: Bonn wird es nicht werden. Wie der Focus aus dem Umfeld der Irena erfuhr, gilt es als ausgemacht, dass die Energieagentur in Abu Dhabi angesiedelt wird. Das zumindest sei derzeit die Mehrheitsmeinung unter den Mitgliedsstaaten.

Und nun noch eine Nachricht in eigener Sache: die 100%-erneuerbar-Energiewandertage sind ein voller Erfolg, deshalb wird es auch in Zukunft weitere geben. „Von den 15 Bewerbern konnten wir bis zu den Sommerferien nur sechs berücksichtigen. Nach den Ferien werden wir vielleicht bis in den Oktober hinein nochmals vier oder fünf Termine anbieten können, wobei wir hier aus den unberücksichtigten Kandidaten auswählen werden. Im Frühjahr 2010 werden wir dann eine neue Bewerbungsrunde starten,“ sagt der zuständige 100%-Mitarbeiter Peter Glasstetter.

Nun auf denn, wandern wir nach Twitter.