Presseschau 26. Juni 2009/I

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reist zu ihrem Antrittsbesuch in die USA zu Präsident Barack Obama – nicht ohne eine Mission im Gepäck: gegen den Klimakiller CO2 muss global vorgegangen werden. Merkel will die USA drängen, konkrete Minderungsziele zu setzen. Die Deutschen sehen eine zu große Diskrepanz zwischen dem entschiedenen Auftreten von Obama und den Positionen seiner Unterhändler bei internationalen Verhandlungen. Diese wollen sich nicht zu dem von den Vereinten Nationen empfohlenen Ziel, die CO2-Emissionen bis 202 um bis zu 40 Prozent zu senken, bekennen. Klimaschützer hoffen auf Merkels Besuch. „Die Kanzlerin muss Obama persönlich davon überzeugen, dass der Erfolg des G-8-Gipfels davon abhängt, ob in L’Aquila klare Verpflichtungen und Finanzzusagen gemacht werden“, sagte Greenpeace-Klimaexperte Tobias Münchmeyer. Hier der Bericht aus den ARD-Tagestehemen vom 25. Juni 2009.
Unterdessen soll das US-Repräsentantenhaus heute über ein Energiegesetz abstimmen, das erstmals verbindliche CO2-Reduktionsziele festschreibt. Zugleich sollen die USA einen Emissionshandel nach europäischem Vorbild einführen. Präsident Obama spricht von einer „Energiewende„, die Abhängigkeit von ausländischem Öl werde dadurch reduziert, der Klimawandel angegangen, mit der Förderung sauberer Energien würden in den USA Millionen neuer Jobs entstehen. Hier der komplette Artikel aus der Frankfurter Rundschau.

Notfalls nach Polen – Nach der Verschiebung des CCS-Gesetzes denkt der Energiekonzern Vattenfall laut über alternative Standorte nach, wegen des Klimaschutzes: „Das ist enttäuschend. Nun droht eine Zeitverzögerung, die schädlich ist für den Klimaschutz“, sagte Vattenfall-Europe-Chef Tuomo Hatakka. Sein Unternehmen habe 100 Millionen Euro in das Pilotprojekt im brandenburgischen Spremberg investiert – derzeit laufen die Planungen für eine mehr als zehn Mal größere Demonstrationsanlage im nahe gelegenen in Jänschwalde. Vielleicht ist der Klimaschutz dann doch nicht der wichtigste Aspekt?

Berlins Regierender Bürgermeister will abspecken – in der Energiebilanz der Verwaltungsgebäuden. Sein eigenes Haus, das Rote Rathaus, ist unter den 18 ökologisch zu sanierenden Gebäuden. Ziel des rot-roten Senates: Ein Fünftel der bis zum Jahr 2010 angestrebten Verringerung des CO2-Ausstoßes in Berlin geht aufs Konto energetisch sanierten Bauten. Die veranschlagte Investitionssumme von 2,4 Millionen Euro werde jedoch schnell wieder reingeholt. Die Maßnahmen sollen vier Millionen Euro an Energiekosten in zehn Jahren einsparen. Außerdem sollen jährlich  2,2 Tonnen weniger CO2 in die Umwelt gelangen.

Weitere Nachrichten: EU-Umweltminister verwässern Klimaauflagen für Industrie, Atomkraft in Schleswig-Holstein bremst Ausbau der erneuerbaren Energien, Musiker Bob Geldof warnt vor Klimawandel. Und noch mehr, wie immer, auf Del.icio.us.

Nun noch zwei News von 100% erneuerbar: nächste Woche stellen wir täglich die unterschiedlichen erneuerbare Energienträger vor, mit Zahlen, Grafiken und Bildern. Starten werden wir mit der Wasserkraft, der ältesten erneuerbaren Energienquelle.
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