Presseschau 9. Juli/I

Die Ansichten sind geteilt: reichen zwei Grad aus oder ist das nur ein kleiner Anfang? Die Rede ist von den Klimaschutzverhandlungen im italienischen L’Aquila. Die globale Erwärmung unter einer Marke von durchschnittlich zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu halten, sei nun ein gemeinsames Ziel von Industrie- und Schwellenländern, sagt Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Auch die USA haben sich darauf eingelassen – defintiv ein Fortschritt. Ursprünglich hatten die Staaten das Zwei-Grad-Ziel bereits beim G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm festlegen wollen – was die US-Regierung damals verhinderte. Die Umweltorganisation WWF wertet die Klimabeschlüsse der G8-Staats- und Regierungschefs zwar als Fortschritt, aber nicht als Durchbruch. Positiv sei, dass sich die G8-Staaten zu dem Ziel bekennen, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen, sagte die WWF-Klimaexpertin Kathrin Gutmann. „Es fehlt aber die Erklärung, was daraus konkret folgt.“ Es mangelt an konkreten Zahlen, wie die CO2-Emissionen bis 2020 gesenkt werden können.
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Auch heute kommen wir um das Thema Atomkraft nicht rum. Ich weiß nicht, was noch passieren muss, dass es solche verbohrte Meinungen nicht mehr gibt:

Wirtschaft dringt auf Stopp bei Atomausstieg

Berlin (dpa) – Die deutsche Wirtschaft hält die Atomenergie auf absehbare Zeit für unverzichtbar. „Es ist eine Illusion zu glauben, wir können aussteigen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, am Mittwoch in Berlin. „Wir haben überhaupt keine Alternative, als an der Kernenergie festzuhalten.“ Ansonsten fehlten mehr als 40 Prozent des Grundbedarfs an Strom. Zu der Panne im Atomkraftwerk Krümmel, die durch ein fehlendes Kontrollteil zustande kam, sagte Wansleben, dies sei nicht positiv, gehe aber nicht ins „Eingemachte“ des Gefahrenpotenzials.
Quelle: Welt

Atomkraft ist weder sauber, noch sicher noch langfristig günstig!

Als „unverantwortlich und ideologischkritisierte auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel den Vorschlag des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger, die Laufzeitbeschränkung für deutsche Atomkraftwerke völlig aufzuheben. Und nicht zu vergessen die Kosten für die Atomaufsicht: Pro Kraftwerksblock werden in Baden-Württemberg fünf bis zehn Millionen Euro pro Jahr für die Überprüfungen ausgegeben, die von den Betreibern und damit letztlich von den Kunden zu bezahlen sind, so die Nachrichtenagentur AP.

Eine kleine große Meldung zum Schluss: China setzt verstärkt auf erneuerbare Energien. So stellte die Regierung ein Programm auf, um mit erneuerbaren Energien mehr als 25 Prozent des aktuellen Energiebedarfs Chinas zu decken. Näheres auf Sonnenseite.com.