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Die Morbacher Energielandschaft – wie geht die Zukunft weiter?
In der Morbacher Energielandschaft (MEL) wurden in den letzten sechs Jahren 14 Windräder der Zwei-Megawatt-Klasse (Typ Vestas V80), eine 500 Kilowatt starke Photovoltaik-Anlage sowie eine Biogasanlage und ein Holzpellets-Produktionswerk errichtet. Im Rahmen der verschiedenen Genehmigungsverfahren für die regenerativen Energieanlagen gab es keine einzige negative Stellungnahme aus der Bevölkerung. Die große Akzeptanz und das große Interesse an der MEL spiegelten sich auch auf dem ersten Energiefest im September 2003 wider: rund 3.000 Besucher verbrachten den Tag in der MEL. Zahlreiche weitere Aktivitäten der Gemeinde rund um das Thema Klimaschutz erhöhten die Akzeptanz für die Bauvorhaben in der MEL, und im November 2006 erhielt Morbach von der Deutschen Umwelthilfe und CO2NTRA den Titel „KLIMASCHUTZKOMMUNE 2006“ beim Wettbewerb „Bundeshauptstadt im Klimaschutz“. Außerdem ist Morbach mit der Energielandschaft erstes deutsches Mitglied der “1. Internationalen Energieschaustraße Europas“.
Im November 2008 wurden auf einer Bürgerversammlung die Pläne zur Weiterentwicklung der „Morbacher Energielandschaft“ vorgestellt. Aufgrund des positiven Echos in der Bevölkerung beschloss der Gemeinderat daraufhin im Juni 2007 die Weiterentwicklung der MEL und formulierte das Ziel: energieautarke Gemeinde in den Bereichen Strom und Wärme bis 2020 auf Basis erneuerbarer Energien. Im Stromsektor deckt Morbach dank der MEL bereits heute den Jahresbedarf der Haushalte und Gewerbebetriebe durch erneuerbare Energien. Im Jahr 2008 wurde die PV-Anlage erweitert, eine zweite Biogasanlage befindet sich im Genehmigungsverfahren. Für dieses weltweit einmalige Projekt erhielten die Gemeinde Morbach und die juwi-Gruppe im Oktober 2007 den Deutschen Solarpreis der Organisation Eurosolar, im April 2008 war die Energielandschaft zudem „Ausgewählter Ort“ im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Deutschland – Land der Ideen“.

Zu den Anlagenbetreibern zählen neben mehreren Einzelinvestoren sowie der pfalzwind GmbH auch zahlreiche Bürger und Bürgerinnen aus der Region, die sich im Rahmen eines Bürgerwindrades an einer Kommanditgesellschaft (GmbH & Co. KG) beteiligt haben. Diese Betreibergesellschaft zahlt – genauso wie die Betreiber der anderen 13 Windräder – eine jährliche Pacht von etwas mehr als 15.000 Euro an die Gemeinde; das entspricht etwa fünf Prozent der aus dem Stromverkauf erzielten Umsätze. In der Summe sind das bei 14 Windrädern also über 200.000 Euro pro Jahr für die Gemeinde Morbach. Eine weitere Einnahmequelle für die Gemeinde wird die Gewerbesteuer sein. Über den 20-jährigen Benutzungszeitraum fallen in der Summe pro Windrad rund 150.000 Euro an.

Der Gemeinde Morbach ist es somit gelungen, durch eine konsequente Unterstützung der erneuerbaren Energien finanzielle Vorteile für den kommunalen Haushalt zu generieren. Außerdem ist das breite Engagement in der Gemeinde ein wesentlicher Grund für die hohe Akzeptanz der erneuerbaren Energien vor Ort. Durch den Vorbildcharakter, den die MEL aufgrund des Zusammenspiels der zahlreichen regenerativen Kraftwerke besitzt, ist Morbach zum Reiseziel zahlreicher Besucher aus aller Welt geworden. Mittlerweile haben über 10.000 Besucher aus rund 50 Ländern die MEL besichtigt. Diesem zunehmenden Interesse wird die Gemeinde in naher Zukunft durch den Bau eines umfangreichen Informationszentrums gerecht werden.
Dieser Ausblick für die Gemeinde Morbach ist selbstverständlich übertragbar auf viele andere Gemeinden und Städte in Deutschland. Im Abwägungsprozess der Entscheidungsträger stehen folgende Aspekte: günstige und stabile Strompreise, mehr Versorgungssicherheit, Milliardeninvestitionen in eine Zukunftstechnologie und viele neue Arbeitsplätze – und damit eine Stärkung der regionalen Wertschöpfung und eine neue Perspektive vor allem für die Menschen im ländlichen Raum. Wer ernsthaft eine nachhaltige Politik betreiben will, wird sich daher für einen geordneten Ausbau der erneuerbaren Energien aussprechen – nicht zuletzt auch zum Wohle nachfolgender Generationen.





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