Tags
Verwandte Artikel
Share
Regionen mit Visionen – 100% erneuerbare Energien sind möglich!
100% erneuerbar ist für Regionen und kleine Kommunen ein durchaus erreichbares Ziel, das immer häufiger mithilfe regionaler politischer Initiativen und konkreter Umsetzungsschritte angestrebt wird. Diese wichtige energiewirtschaftliche Entwicklung wird vom Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien (deENet) in Kooperation mit der Universität Kassel seit Oktober 2007 in einem Forschungsprojekt des Bundesumweltministeriums wissenschaftlich untersucht. Nach aktuellem Stand dieses Projektes „Entwicklungsperspektiven für nachhaltige Erneuerbare-Energie-Regionen in Deutschland“ gibt es bereits rund 90 Regionen und Kommunen, die als „100%-Erneuerbare-Energie-Region“ gelten können.
Politische Initiativen und entsprechende Umsetzungsbemühungen einer regionalen Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien finden sich von den nordfriesischen Inseln bis nach Oberbayern, nur in Thüringen und im Saarland wurden bislang noch keine 100%-Regionen identifiziert. Eine Übersicht über die deutschlandweite Verteilung der Regionen gibt eine Karte, die im Rahmen der Schriftenreihe Arbeitsmaterialien 100EE erschienen ist. Diese enthält die Auswertung einer Befragung von Bürgermeistern und anderen regionalen Akteuren zu ihren Aktivitäten, Einschätzungen und Zielen in Bezug auf 100% Erneuerbare Energien in ihrer Region.
So konnte ermittelt werden, dass ein politischer 100% Erneuerbare Energien-Beschluss eine wichtige Wegmarke darstellt – 80% der befragten Regionen haben bereits einen solchen Beschluss getroffen oder planen dies für die nahe Zukunft. Dass die Anzahl von 100%-Beschlüssen in den Jahren 2005 von 2008 deutlich gestiegen ist, verdeutlicht die hohe Dynamik, die die Idee, „100% erneuerbar auf regionaler Ebene“ in den letzten Jahren entwickelt hat.
Die befragten Akteure nannten als Motivation für Ihr Engagement beim Erneuerbare Energien-Ausbau neben der Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen sehr häufig auch den Beitrag zur nachhaltigen Regionalentwicklung und die Steigerung der regionalen Wertschöpfung. Hier zeigt sich die immense wirtschaftliche Bedeutung der Erneuerbaren Energien, gerade für kleine Gemeinden und den ländlichen Raum. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien kann heute als wichtiges Leitmotiv für eine nachhaltige Regionalentwicklung gelten, weil er die regionale Wirtschaft wie ein Motor antreiben kann.
Damit die Umsetzung eines 100%-Beschlusses funktionieren kann, ist das Zusammenspiel verschiedener Schlüsselakteure von Nöten. So müssen Politik, Wirtschaft und Verwaltung an einem Strang ziehen und auch die Bürgerschaft aktiv in den Prozess einbinden. Entscheidend ist außerdem, dass es einen zentralen „Kümmerer“ gibt, der eine regionale Energiewende anstößt und dabei auch Andere motivieren kann. In vielen Fällen, zum Beispiel in der nordhessischen Stadt Trendelburg oder im schleswig-holsteinischen St. Michaelisdonn, ist dies ein engagierter Bürgermeister. Der Film „Kommunal erneuerbar – So wird’s gemacht“ , den die Agentur für Erneurbare Energien produziert hat, zeigt hierfür eindrucksvolle Beispiele. Genauso kann es aber auch eine kleine Solar-Initiative oder eine Bürgerstiftung sein, die sich für die Energiewende in ihrer Region stark macht. So hat sich zum Beispiel der Verein „Ziel 21“ vorgenommen, den Landkreis Fürstenfeldbruck bis 2030 „vollständig erneuerbar zu machen“ und damit eine regionale Vollversorgung zu erreichen.
Es gibt viele Wege, die zu 100% Erneuerbare Energien führen. Wichtig ist aber immer, dass es Menschen gibt, die diesen Weg auch tatsächlich einschlagen.
Hintergrund
Durchgeführt wird das Projekt vom Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien (deENet) mit Sitz in Kassel und der Universität Kassel, die einen besonderen Schwerpunkt in der umweltbezogenen Forschung und Lehre hat. Gefördert wird das “100%-EE-Regionen-Projekt” vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) über den Projektträger Jülich (PTJ), ergänzende fachliche Betreuung leistet das Umweltbundesamt (UBA). Die Projektlaufzeit dauert von Oktober 2007 bis September 2010.





