Wohin 2009?

Wohin die Reise gehen soll, fragen sich nicht nur die zur Wahl stehenden Parteien. Das Internet bietet viele Möglichkeiten der Information und Interaktion für alle an der Wahl interessierten. Wie zum Beispiel die Plakate von Gabriele Schlipf.

Was nehmen wir mit in unsere Zukunft?

Was nehmen wir mit in unsere Zukunft?

Ein Beispiel von vielen Schauplätzen des Online-Wahlkampfes. Allerdings ist dieser manchmal recht schwer zu kontrollieren. So führt das erste Ergebnis der Suche nach dem CDU-Slogan „Wir haben die Kraft“ mitnichten auf die Seite der CDU, sondern auf blog.pantoffelpunk.de. Dürfte nicht im Sinne der Partei sein.
Gestern dann wurden aktuelle Klick-Zahlen (Monat August) von Meedia veröffentlicht: Platz Eins, wie auch schon bei der vorheringen Untersuchung, besetzt die Piraten-Partei (240.000 Besucher). Dahinter die SPD mit 120.000 Besuchern und die CDU (110.000 Besucher). Bündnis90/Die Grünen konnten lediglich 85.000 Besucher begrüßen, DIE LINKE knapp weniger: 84.000. Hier der ganze Artikel auf MEEDIA.

Werfen wir einen kurzen Blick auf die Websites:

Aufgeräumt, klar, geordnet

Aufgeräumt, klar, geordnet

Die CDU wagt die Gradwanderung von traditionell und jung. Für die jüngeren Wähler braucht es inzwischen Elemente wie Youtube, Twitter und Konsorten. Außerdem ein wenig Animation auf der Startseite. Jedoch ist die Wählerstruktur der CDU als bodenständig zu bezeichnen. Das heißt, zu verrückt sollte der Webauftritt nicht sein. Die Homepage ist zurückhaltend und prahlt nicht mit großen Botschaften, ist aber dennoch informativ und benutzerfreundlich.

Alles auf einen Blick

Alles auf einen Blick

So ganz anders ist der Webauftritt der SPD nicht. Nur die Farben und ein anderes Gesicht im Zentrum.

Die Seite zur Wahl

Die Seite zur Wahl

Klar, einerseits entsprechen die Gestaltungselemente vielerorts dem heutigen Webdesign. Aber mutig zeigt sich auch die SPD nicht. Kreatives sieht man aber im Shop der SPD. Da trifft der SPD-Toaster auf das SPD-Windlicht (gibt es übrigens auch bei der CDU, im Preis fast ähnlich). Auch am Pool oder am Strand kann der modebewusste Wähler mit der SPD glänzen: die SPD-Badelatschen hinterlassen Spuren im Sand. Und um ganz sicher zu gehen, dass am Ende des Tages etwas von der SPD übrig bleibt, gibt es auch SPD-Blumensamen.

DIE LINKE gibt sich auf ihrem Webauftritt textlastig. Ein Screenshot der Startseite ist von daher unzufriedenstellend.

Viel Text, viel Scrollen

Viel Text, viel Scrollen

Überhaupt wirkt die Website etwas unbeholfen. Das fängt bei dem unglücklich gewählten Standbildes des Gysi-Videos an, und hört bei den vielen verschiedenen Informationsbaustellen auf. Auch wenn man Anhänger der Linken ist, dürfte dem User diese Seite nicht viel Spaß bereiten.

Die FDP gibt sich ähnlich bieder. Viel Text, viel Scrollen auch hier – wo ist die Seite auf den ersten Blick?

Würde keinen Preis in modernem Webdesign gewinnen.

Würde keinen Preis in modernem Webdesign gewinnen.

Etwas schicker und flotter kommt da schon die „Mitmacharena“ an.

Hier treffen sich die "Freunde der Freiheit"

Hier treffen sich die "Freunde der Freiheit"

Die Unterstützer-Videos kann ich mir aber nur eingeloggt anschauen – was ich mir ob tausender anderer Login-Daten spare. Schade! Die Videos bei der SPD bspw. kann sich jeder anschauen, allerdings handelt es hier natürlich auch um Auftrags-Videos und nicht von Privatmenschen.

Bündnis90/Die Grünen geben sich betont jung und kämpferisch:

Mit Graffiti gegen Atomkraft

Mit Graffiti gegen Atomkraft

Die Kraft und Energie, die andere Parteien ankündigen, wird hier demonstriert. Aber manchmal optisch betrachtet etwas übermotiviert. Die Website ist in den vielen Aktionsmöglichkeiten schon fast wieder unübersichtlich – andererseits macht es Freude, sie zu entdecken.

Natürlich kommt es schlussendlich auf die Inhalte an – nur müssen diese auch vernünftig vermittelt werden. Und morgen gehts weiter in der Wahlwoche (was wir aber heute schon versprechen können, wir werden nichts, aber auch gar nichts über Produktwerbung, die dieser Tage auf den Wahl-Zug aufspringen wollen, schreiben. Ich mach mein Kreuz nicht beim Bäcker!).