Klimaschutz – ein „Me-too-Produkt“?

Es ist schon erstaunlich: irgendwie sind wir ja alle dafür. Oder dagegen. Also für den Klimaschutz und für erneuerbare Energien. Und gegen Klimawandel und Umweltverschmutzung. Da sind sich alle einig. Klar, es gibt nie nur einen einzigen Lösungsweg. Dafür leben wir in einer Demokratie, in der jeder seinen, subjektiv richtigen, Beitrag leisten kann. Nur wundern wir uns eigentlich nur (wundern ist ein wirklich sehr schwaches Wort in diesem Zusammenhang), wie in diesem Zusammenernsthaft über Laufzeitverlängerungen und Rücknahme der Solarförderung gesprochen wird. Atomkraft ist oldschool, salopp ausgedrückt. Sachlich betrachtet ist Atomkraft gefährlich da risikoreich, teuer und umweltschädlich (ja ja, das Gerücht klebt fest wie eine Zunge an einem kalten Laternenpfahl, aber Atomkraft emittiert CO2). Erneuerbare Energien hingegen sind sicher (hab noch nie was von einem Solargau gehört), politisch sicher (wir müssen uns die nötige Energie nicht aus politisch unsicheren Ländern importieren), temporär sicher (die Sonne scheint und scheint, der Wind bläst und bläst etc.), umweltfreundlich und wirtschaftlich (habt Ihr schon einmal die Arbeitnehmerzahlen der Erneuerbaren-Energien-Branche und die der Atomindustrie verglichen? Knapp 300.000 vs. rund 30.000 (man korrigiere mich wenn ich falsch liege, bitte)). So viel dazu. „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten,“ war der Satz von Walter Ulbricht kurz vor der deutsch-deutschen Trennung. Niemand will die Vorrangstellung der Erneuerbaren kippen. Jeder will die Erneuerbaren fördern. Nur so ein bisschen am EEG kratzen, so ein bisschen AKWs weiterlaufen lassen. Und die erneuerbaren Energien ein bisschen weniger ausbauen. Damit schießen wir uns in eigene Knie.
Wir werden in Kopenhagen im Dezember sehen, wie ernsthaft die Klimaschutzbemühungen der Länder sind. Und welche Rolle Deutschland in diesem Karussel einnehmen wird. Als Vorzeigeland können wir uns mit einem Ausstieg aus dem Atomausstieg nicht mehr bezeichnen. Und was mir noch dazu einfällt: ich bin kein Fan von Marius Müller-Westernhagen, aber sein Lied „Freiheit“ scheint mal wieder aktuell zu sein. Mit wenig Aufwand kann man den Text umdichten, Freiheit wird ersetzt durch „Zukunft“, „Umwelt“, Klimaschutz“.

Deshalb freuen wir uns jedoch so sehr die unterschiedlichsten weltweiten Aktionen, die nicht müde werden, auf die Klimaschutzproblematik hinzuweisen.

Ende März dieses Jahres gingen weltweit die Lichter aus. Vote Earth! zeigt auf seiner Website, was da genau passiert ist:

So aufregend und bewegend kann Dunkelheit sein.
Aber das ist nicht alles. Bis zur Weltklimakonferenz könnt Ihr auf der Website Euren Vote Earth! abgeben. Und am 16. Dezember schließlich, wird die gastgebende Stadt der Weltklimakonferenz, Kopenhagen, für eine Stunde die Lichter ausschalten. Mitmachen!

Change Climate Change heißt der COP15-Youtube-Kanal.
Raise your voice:

What gives you hope? Was gibt Dir Hoffnung? Aus Kopenhagen wird Hopenhagen und jeder kann der Welt mitteilen, was ihm Hoffnung auf einen sauberen Planeten gibt.

Seal the Deal – so heißt die Kampagne der Vereinten Nationen. Mit vielen Videomessages ist es ihnen gelungen, Stimmen aus der ganzen Welt für den Klimaschutz zu sammeln. Warum das Ganze? „The United Nations has launched ‚Seal the Deal‘ campaign that encourages users to sign an online, global petition which will be presented by civil society to governments of the world.
The petition will serve as a reminder that our leaders must negotiate a fair, balanced and effective agreement in Copenhagen, and that they must seal a deal to power green growth, protect our planet and build a more sustainable, prosperous global economy that will benefit all nations and people.
Und wir sind sicher, es gibt bestimmt noch eine Menge mehr an Initiativen. Wenn Ihr von solchen wisst, please let us know.