Wie Wasser und Erde

Wasserkraft – ein klasse Energiespeicher
Wertvoller Mix aus regenerativen Energien

Ohne geht‘s nicht. Wasser brauchen wir immer und überall. Zum Trinken, Waschen, Kochen. Die Liste kann man fast endlos erweitern. Auch die Kraft, die im Wasser steckt, nutzen die Menschen schon seit Urzeiten. Früher in Mühlen, heute in Kraftwerken, die mit Hilfe von Turbinen Strom erzeugen. In Deutschland gibt es viele Flüsse und Seen, an denen man die Strömungsenergie des Wassers in Elektrizität umwandeln kann. Immerhin werden rund vier Prozent der gesamtdeutschen Strommenge aus Wasserkraft erzeugt.

Besonders wertvoll ist diese Form der Energiegewinnung heute als Ergänzung für den regenerativen Mix aus Wind-, Sonnen- und Bioenergie. Beispiel: Bei starkem Wind oder Sonnenschein fließt sehr viel Strom durch das Netz. So viel, dass ein Teil davon dafür verwendet werden kann, ein Speicherbecken vollzupumpen. Lassen Wind oder Sonnenschein nach, kann das Wasser verstärkt aus dem Becken abfließen. Der Pegel sinkt dann wieder, die Turbinenleistung steigt und die Menschen können die Sonnenenergie auch dann nutzen, wenn es dunkel ist.

So viel Kraft will genutzt werden (BIld: mit freundlicher Unterstützung der Allgemeinen Zeitung)

So viel Kraft will genutzt werden (BIld: mit freundlicher Unterstützung der Allgemeinen Zeitung)

Heiß wie ein Vulkan
Auch im Erdinneren steckt viel Energie

Warm oder kalt? Welche Temperatur herrscht im Inneren der Erde? Die Frage ist schnell beantwortet. Denn sicher hast du im Fernsehen schon einmal einen Vulkanausbruch gesehen. Und die heiße Lava, die dabei in die Höhe geschleudert wird. Es ist also sehr heiß im Inneren unseres Planeten. Forscher vermuten, dass die Temperatur bis zu 6.000 Grad Celsius beträgt. Der Begriff „Geothermie” kommt übrigens aus dem Griechischen und bedeutet Erdwärme. Und die können wir Menschen nutzen, um unsere Häuser zu heizen. Denn nicht nur in Vulkangebieten ist es in den obersten drei Kilometern der Erdkruste warm genug, dass es sich lohnt, ein Loch zu bohren und die kostenlose Energie anzuzapfen. Mit den Vorräten, die dort gespeichert sind, könnte der Energiebedarf der Welt für über 100.000 Jahre gedeckt werden. Aus der Geothermie kann auch Strom erzeugt werden. Allerdings steht die Entwicklung noch am Anfang.

Erdwärme aus der Tiefe (Bild: mit freundlicher Genehmigung der Allgemeinen Zeitung)

Erdwärme aus der Tiefe (Bild: mit freundlicher Genehmigung der Allgemeinen Zeitung)

Kochwasser aus 3.000 Metern Tiefe
Das Erdwärme-Kraftwerk Landau

Bei der Erdwärme gibt es zwei Varianten. Zum einen kann man die Energie nutzen, die oberflächennah, das heißt in einer Tiefe bis 400 Meter gespeichert ist, allerdings nur zur Wärmegewinnung. Dagegen ist die Tiefengeothermie sowohl für die Bereitstellung von Wärme als auch für die Produktion von Strom geeignet. Ein solches Kraftwerk steht beispielsweise in Landau in der Pfalz. Die Techniker nutzen dort das kochend heiße Wasser, das etwa 3.000 Meter unterhalb des Oberrheingrabens brodelt. Die Energie wird dabei in zwei Schritten genutzt: Zunächst wird das heiße Thermalwasser hoch gepumpt. Rund 70 Liter pro Sekunde – eine halb gefüllte Badewanne – rauschen durch die Rohre! Seine Wärmeenergie überträgt das Wasser dann auf eine Flüssigkeit, die verdampft und damit eine Turbine antreibt. 60.000 Haushalte können so rund um die Uhr mit Strom versorgt werden. In einem zweiten Schritt wird die restliche Wärme für die Fernwärmeversorgung genutzt. Das ausgekühlte Thermalwasser wird anschließend über ein zweites Bohrloch in den Untergrund zurückgeleitet.