Energieversorgung in den Bundesländern I

Da wir nun das volle Programm hinter uns haben: Wahlkampf, TV-Duelle, den Wahltag und die folgenden Ergebnisse, die Koalitionsverhandlungen, und nun endlich die Minister vereidigt sind und alles seinen Gang geht. Da dieser ganze Polit-Zirkus nun vermutlich wieder im ganz normalen regieren endet: da hätten wir jetzt ja Zeit, mal wieder etwas anderes zu machen. Sich von der großen Politik mal wieder abzuwenden und in die kleine Politik zu schauen. Wa ist zum Beispiel in Bayern los? Oder in Schleswig-Holstein? Da gut, da waren auch gerade erst Wahlen, aber der Kolitionsvertrag ist ebenfalls längst unter Dach und Fach. Aber in diesem nordischen Bundesland könnte man ja mal anfangen: wie steht um deren Energieversorgung, was machen die Erneuerbaren? Klingt nach spannenden 16 Tagen!

Also: ab nach Schleswig-Holstein, ops platte Land!

In Schleswig-Holstein ist das Thema Klimaschutz vielleicht deshalb präsenter als in anderen Bundesländern, weil das nördlichste Bundesland von Wasser eingeschlossen ist. Wenn der Meeresspiegel steigt, ist Schleswig-Holstein vermutlich als erstes Bundesland überschwemmt, Mecklenburg-Vorpommern wird ziemlich bald folgen. Vielleicht setzt Schlswig-Holstein deshalb schon seit vielen Jahren auf den Einsatz von Windenergie.

Ministerin für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume ist Dr. Juliane Rumpf von der CDU. Zu ihren Aufgaben gehören laut Website:

  • Land- und Ernährungswirtschaft
  • Entwicklung der ländlichen Räume, Flurneuordnung, Dorfentwicklung, EU-Strukturpolitik
  • Verbraucherschutz, Lebensmittel- und Bedarfsgegenstände, Veterinärwesen
  • Küsten-, Meeres- und Hochwasserschutz
  • Natur-, Umwelt- und Klimaschutz
  • Abfallwirtschaft, Bodenschutz und Altlasten
  • Immissionen, Bio- und Gentechnologie
  • Fischerei, Forstwirtschaft und Jagdwesen

Der Klimschutz ist also logischerweise durchaus bei ihr angesiedelt und laut Website widmet man sich auch dem Thema der Erneuerbaren Energien. Dort heißt es: „Ziel ist es, bis 2020 rechnerisch mehr als 100 Prozent des Stromverbrauchs in Schleswig-Holstein klimafreundlich aus Windenergie zu erzeugen. Mit dem Aktionsplan werden künftig die Rahmenbedingungen für die Windenergienutzung verbessert.“ Bis 2020 möchte sich Schleswig-Holstein also komplett mit Erneuerbaren Energien versorgen, was die Stromerzeugung angeht. Genau genommen legt man sich sogar schon auf die besondere Bedeutung von Windenergie fest. Die Vorteile liegen für Schleswig-Holstein klar auf der Hand: Arbeitsplätze werden gesichert und die Wirtschaft gestärkt.

Schon 2005 waren in Schleswig-Holstein 2.300 Megawatt im Bereich Windenergie installiert. Das entspricht gut 30 Prozent des Stromverbrauchs. In Zukunft möchte man auf der einen Seite auf Repowering setzen, auf der anderen auf Offshore-Windenergie. „Mit den bestehenden Windanlagen, dem Repowering und der Realisierung der sechs geplanten und zum Teil schon genehmigten Offshore-Windparks, könnte dann deutlich mehr Strom erzeugt werden, als in Schleswig-Holstein verbraucht wird.

Aber auch Biomasse ist für die Stromerzeugung schon im Einsatz: ein bis zwei Prozent des Promärenergieverbrauchs werden bereits durch Biomasse abgedeckt. Aber das ist den Schleswig-Holsteinern noch lange nicht genug: durch den Einsatz von 20 Prozent der Agrarflächen könnten rund 13 Prozent des Energiebedarfs gedeckt werden.

Im Bereich Sonnenenergie sind derzeit wohl 9.000 bis 10.000 Solarthermieanlagen in Betrieb und 1.300 Photovoltaikanlagen.
Die Informationslage auf der Website des Landesministeriums für Landwirtschaft und Umwelt ist eher dünn, wenig Zahlen. Versuchen wir es also mal bei einem anderen Ministerium:

Grundsätzlich gehört der Bereich der Energie in Schleswig-Holstein nämlich zum Wirtschaftsministerium. Im Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr sitzt Jost de Jager, ebenfalls CDU. Und zu seinen Aufgaben gehört eben auch die Energiewirtschaft. Auf der Website des Wirtschaftsministeriums findet sich auch das sogenannte Grünbuch 2020, wo die Pläne für die nächsten Jahre dargestellt werden.

Darin erklärt das Ministerium, es setze auf den „energiepolitischen Dreisprung“:

  1. Energieeinsparung,
  2. Effizienzsteigerung und
  3. Restbedarfsdiversifizierung

Diesen Weg können wir nur unterstützen und schauen morgen mal, wie es der Nachbar Mecklenburg-Vorpommern mit der Energieversorgung so hält.

Sie kommen aus Schleswig-Holstein? Haben Sie Ergänzungen? Was sind Ihre Erfahrungen und Beobachtungen? Wir freuen uns auf Post von Ihnen!