Energieversorgung in den Bundesländern: Berlin und Brandenburg

Wir erlauben uns an dieser Stelle, Berlin und Brandenburg in einem Artikel zu behandeln. Nicht zu letzt deshalb, weil sich die Hauptstadtregion ein gemeinsames Leitbild zur Energieversorgung gesetzt hat.

Brandenburg und Berlin haben zusammen eine Fläche von 30.371 qm und es leben hier rund sechs Millionen Menschen. Im Jahr 2006 wurde hier knapp 600.000 Terrajoule Endenergie verbraucht – knapp 200.000 davon in Privathaushalten. Im gleichen Jahr emittierten die Bewohner und die dortige Industrie knapp 80.000 Tonnen CO2, mehr als die Hälfte entfielen auf den stromproduzierenden Sektor.

Nach Erhebungen für den Leitstern 2008 kamen in Brandenburg 2006 knapp 13 Prozent der Nettostromerzeugung aus erneuerbaren Energien – und brachten das Land um Berlin auf den ersten Platz im Ländervergleich. Berlin wiederum war in der Gesamtbewertung auf dem letzten Platz. Brandenburg nutzte dabei 50 Prozent des Windstrompotentials und produzierte im Erhebungsjahr gut 4.000 GWh Strom aus Windkraftanlagen. Installiert waren gut 3.000 MW. Im Bereich der solaren Stromerzeugung lag das Land bei 20 MW installierter Leistung.

Berlin erreichte im Windbereich natürlich null Leistung, da das einzige Windrad im Berliner Bezirk Pankow erst letztes Jahr ans Netz ging. Knapp sieben MW Photovoltaik waren 2006 installiert. Ende 2008 waren in Berlin knapp 8.000 Solaranlagen erfasst, davon knapp 6.000 Solarthermieanlagen. Die größte Photovoltaikanlage Berlins ist auf dem Dach des Mercedes-Benz Werks in Schöneberg und hat auf einer Fläche von 3.600 qm eine Leistung von rund 500 kW/peak.

Interessant auch, dass im Ost-Bundesländervergleich Brandenburg prozentual die meisten Studiengänge zu erneuerbaren Energien, nämlich 2,64 Prozent (aller Studiengänge), anbietet.

Jedoch steht Brandenburg auch für Kohlekraftwerke. Derzeit sind in Brandenburg und Sachsen zudem fünf neue Braunkohletagebaue geplant. Nach Angaben vom BUND ist aufgrund der Kohlekraftwerke der Pro-Kopf-CO2-Ausstoß in Brandenburg höher als der der USA.

Trotz oder vielleicht auch auf Grund der unterschiedlichen Leistungen, haben sich beide Länder das Ziel gesetzt, „eine zukunftsfähige Energieversorgung unter besonderer Nutzung heimischer und regenerativer Energieträger zu gewährleisten“. Wie in vielen Ost-Bundesländern werden hier gezielt Unternehmen der erneuerbaren Energien-Branche angesiedelt. In weniger als zwei Jahren hat die Solarindustrie besonders in Brandenburg einen großen Sprung gemacht; inzwischen sind zehn Unternehmen im Land angesiedelt. So ist hier unter anderem der größte deutsche Solarpark angesiedelt. Außerdem hat sich seit 2001 die Leistung der Windräder auf den weiten Flächen Brandenburgs mehr als vervierfacht. Bis Ende 2008 waren hier knapp 4.000 MW Nennleistung installiert. Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil von Windstrom bei ca. 35 Prozent liegen.