Sachsen: Heimat vom „Tag der erneuerbaren Energien“

In Sachsen leben auf einer Fläche von gut 18.000 qm rund 4 Millionen Menschen. Im Jahr 2006 lag der Endenergieverbrauch im Freistaat bei ca. 350 Petajoule. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden folgende Energieträger genutzt (Endenergieverbrauch): Mineralöle 37,3 Prozent Gase 27,1 Prozent, Strom 21,1 Prozent, Fernwärme 8,1 Prozent, Braunkohle 0,9 Prozent, Steinkohle 0,5 Prozent und sonstige Energieträger 4,8 Prozent. Beim Primärenergieverbrauch sah die Verteilung folgendermaßen aus: Braunkohle 42,1 Prozent, Mineralöle 36,0 Prozent, Gase 22,2 Prozent, Steinkohlen 0,6 Prozent und sonstige Energieträger 0,5 Prozent.

Im gleichen Zeitraum dokumentierte die Agentur für erneuerbare Energien einen Anteil an regenerativen Energieträgern an der Netto-Stromproduktion von nur knapp sechs Prozent. Jedoch verfolgt das Land nach dem Energieprogramm Sachsen 2007 den Ausbau erneuerbarer Energien: bis 2010 soll der  Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch auf 13 Prozent, bis 2020 auf 25 Prozent und bis 2050 auf 60 Prozent erhöht werden. Generelles Ziel ist es, den Anteil erneuerbarer Energien um mindestens einen Prozentpunkt pro Jahr am jeweils noch benötigten Energiemix zu steigern. Anteilig lag in 2006 Windenergie bei 1.255 GWh, Biomasse (ohne Müll) bei 504 GWh und Photovoltaik bei 39,9 GWh.

Auch wenn Sachsen in Bezug auf Windenergie als „Entwicklungsland“ zu bezeichnen ist, gibt es hier doch aber ein besonderes Engagement hervorzuheben. 1996 rief die Gemeinde Oederan den „Tag der erneuerbaren Energien“ ins Leben. Aus dieser zunächst lokalen Initiative enstand 2001 ein bundesweiter Aktionstag, an welchem Anlagenbetreiber, Bürgerinitiativen, Agenda 21 Gruppen und Unternehmen die praktische Nutzung von erneuerbaren Energien demonstrieren. Nicht zufällig fällt der Tag der erneuerbaren Energien auf das Datum des Reaktorunfalls von Tschernobyl (24. April). Damit soll einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Energieversorgung ein noch stärkeres Gewicht verliehen werden.
Eine Besonderheit stellt auch Ostritz dar: zusammen mit dem Kloster St. Marienthal setzt die Stadt auf erneuerbare Energien.  Vier Windräder, zwei Staustufen, viele Solardächer und ein Biomasse-Heizkraftwerk sorgen für eine saubere Energieversorgung. Für dieses Engagement hat das Projekt unter anderem den Europäischen Solarpreis der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien e. V. in der Kategorie „Preis für Städte, Gemeinden oder Stadtwerke“ bekommen.