Im Freistaat Thürigen boomt die Solarbranche

Dies gleich vorweg: Thüringen möchte in der Zukunft der führende Solarstandort werden. Man ist also durchaus ambitioniert. Schauen wir doch mal, was man bisher schon erreicht hat und wie realistisch dieses Ziel ist.

Energiepolitik fällt in Thüringen in das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie, wo man auch über die Erneuerbaren informiert. Als gleichberechtigte Ziele werden genannt:

  • Versorgungssicherheit,
  • Preiswürdigkeit und Wirtschaftlichkeit,
  • Umweltverträglichkeit und Ressourcenschonung,
  • sparsame Energieerzeugung und -verwendung.

2000 hat Thüringen eine Klimaschutzkonzeption verabschiedet, die den Anteil der Erneuerbaren am Primärenergieverbrauch bei 5-7% im Jahre 2010 sieht. Allerdings hat Thüringen sich quasi selber überholt: 2006 wurde bereits ein Anteil von 15,4% erreicht.

Wichtigster Energieträger der Erneuerbaren ist für Thüringen aktuell die Biomasse, gefolgt von Windkraft und dann erst zu einem geringen Anteil Solarenergie. Insgesamt wurden 2006 38.720 TJ durch Erneuerbare
bereitgestellt. Im Detail bedeutet dies:

  • Biomasse: 34.832 TJ in 2006,
  • Windkraft: 2.979 TJ in 2006,
  • Wasserkraft: 587 TJ in 2006 und
  • Sonnenenergie: 322 TJ in 2006.

Bisher ist Solarenergie also der kleinste Posten bei der Erzeugung erneuerbarer Energie – aber das kann sich ja noch ändern. Thüringen bekennt sich jedenfalls ganz eindeutig zu den Erneuerbaren und setzt gleichzeitig auf Energieeffizienz und die Förderung neuer Energietechnologien. Entsprechend existieren in Thüringen auch Förderprogramme, über die die Website von Thüringen berichtet.

Alle Maßnahmen stehen vor dem Hintergrund des Klimaschutzes. Dieser steht auch im Mittelpunkt des
Artikel 13 der Thüringer Verfassung:

Artikel 31 der Thüringer Verfassung

„Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen ist Aufgabe des Freistaates und seiner Bewohner. […] Das Land und seine Gebietskörperschaften wirken darauf hin, dass von Menschen verursachte Umweltschäden im Rahmen des Möglichen beseitigt oder ausgeglichen werden. Mit Naturgütern und Energie ist sparsam umzugehen. Das Land und seine Gebietskörperschaften fördern eine umweltgerechte Energieversorgung.“

Informationen für Jedermann/-frau zum Thema Klimaschutz und den eigenen Möglichkeiten findet sich hier.

Aber noch einmal zurück zum Thema ‚Thüringen will Solarstandort Nummer 1‘ werden. In der Thüringer Photovoltaik-Industrie sind derzeit fast 5.000 Menschen beschäftigt, die einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro erwirtschaftet haben. Damit ist Thüringen womöglich gar nicht so weit von seinem Ziel entfernt.