Um sich von dem Grauen ein Bild machen zu können

Heute sind wir auf drei interessante Netzfundstücke gestoßen – alle drei zum Thema Ölpest:
Stell Dir vor, das Öl wäre vor Deiner Haustüre ausgelaufen – wie weit würde der Teppich reichen? Auf der Website von Beowulfe ist die Größe des Ölteppichs eindrücklich dokumentiert.

Ein ausgezeichneter Artikel findet sich bei der Süddeutschen Zeitung: „(…) Es soll bloß keiner sagen, er hätte es nicht geahnt. Die Ausbeutung fossiler Ressourcen ist Grundlage eines ganzen Wachstumsmodells. Seit 200 Jahren betreiben Feuer und Dampf Maschinen und Motoren. Sie sind Ausgangspunkt des materiellen Wohlstands und seine Basis bis heute. Und gleichzeitig sind sie seine Beschränkung. Strebt eine wachsende Weltbevölkerung nach diesem Wohlstand, gerät sie zwangsläufig an Grenzen. In den Jahren vor der Finanzkrise spiegelte sich die Erwartung dieser Grenzen in steigenden Ölpreisen – allerdings mit einer bizarren Konsequenz: Der hohe Ölpreis förderte weniger ein fundamentales Umdenken als den technischen Fortschritt. Plötzlich rechnete sich selbst die Förderung unter schwierigsten Bedingungen, und sei es 1500 Meter unter dem Meeresspiegel. Mit Bohrleitungen, die in der Tiefe abknicken und noch entlegenste Lagerstätten ausschlürfen. Die Welt brauchte Energie, koste es, was es wolle. Und sei es die Zukunft. (…)“

Und das dritte ist ein Widget mit Live-Aufnahmen vor Ort:

Und ewig tickt die Ölbombe, tck tck tck tck tck…

Und was schreibt die Süddeutsche dazu: „Derweil arbeitet die fossil befeuerte Ökonomie wacker auf ihren eigenen Untergang hin, als gäbe es keine Alternative dazu. Das allein ist eine Verspottung menschlicher Intelligenz. Wie kann eine Welt, die täglich ein Vielfaches ihres Energieverbrauchs kostenlos von der Sonne geliefert bekommt, derartig auf die Verschwendung endlicher Ressourcen angewiesen sein, um eben diesen Verbrauch zu decken?“ Richtig, diese Katastrophe zeigt einmal mehr, dass wir uns umstellen müssen. Doch braucht es für dieses Bewusstsein erst ein solches Ereignis? Wachen wir erst auf, wenn alles zu spät ist?Arme Welt!