Neben Atommüll-Endlagern bald auch Kohlendioxid-Endlager ?

Am 13.2. veröffentlichte Greenpeace eine Karte mit möglichen Standorten für CO2-Endlager, welche von der Bundesanstalt für Geowissenschaften ermittelt wurden. In diesen Endlagern könnte künftig das Kohlendioxid deutscher Kraftwerke gespeichert werden.

Der Hintergrund: Derzeit wird versucht Kohlendioxid aus den Abgasen von Kraftwerken und Industrieanlagen abzuscheiden, um es dann unter hohem Druck in unterirdische Lagerstätten einzuleiten und dort zu speichern. Hierdurch soll es möglich werden fossile Kraftwerke zu betreiben ohne dadurch zum Klimawandel beizutragen. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften hat untersucht welche Standorte sich für eine derartige CO2 Einlagerung eignen. Die Untersuchungsergebnisse wurden zunächst geheim gehalten, sind jetzt jedoch von Greenpeace publiziert worden. Deutschlandweit hat die Bundesanstalt 408 Standorte ausgewiesen, die sich größtenteils im norddeutschen Raum befinden. Eine Karte mit den Standorten kann auf der Website von Greenpeace abgerufen werden.

Der dazugehörigen Greenpeace-Artikel diskutiert die Risiken dieser Speichertechnologie, die sich bislang noch im Versuchsstadium befindet: Es wird dargelegt, dass die Technologie voraussichtlich erst in 15 bis 20 Jahren ausgereift ist und daher für den Klimaschutz zu spät kommt.

Zudem sind mit der Technologie Risiken für die Bevölkerung verbunden. Sollten die Lagerstätten nicht vollständig dicht sein, so kann das Kohlenstoffdioxid an die Erdoberfläche gelangen. Dies ist besonders kritisch, da das Gas ab einer Konzentration von acht Prozent in der Atemluft für den Menschen tödlich ist. Aber auch geringere Konzentrationen sind gesundheitsschädlich. Dass dies keine Panikmache ist, beweist der Fall der kanadischen Stadt Saskatchewan. Hier besteht der Verdacht auf ein Leck in einem unterirdischen CO2-Lager. Die Anwohner wurden darauf aufmerksam, da sie vermehrt tote Tiere fanden und das örtliche Wasser sprudelt wie mit Kohlensäure versetzt. Die Untersuchungen in diesem Fall dauern an.

Und: die CO2-Speicherung ist lediglich eine Strategie um Probleme auf zukünftige Generationen zu verschieben. Denn bislang ist offen, ob das Gas unterirdisch wirklich langfristig gespeichert werden kann. Sollten sich die Lagerstätten als langfristig undicht erweisen, so ginge dies zu Lasten unserer Kinder.

Trotz der im Artikel erwähnten Bedenken soll demnächst ein Gesetzesentwurf zur CO2 Verpressung im Bundeskabinett eingebracht werden. Dieser würde der unterirdischen Kohlendioxidspeicherung eine rechtliche Grundlage geben.