Kein Klimaschutz in Sicht ! ? – Weltklimaverhandlungen und EU Klimakonferenz gehen weitgehend ergebnislos zu Ende

Gleich zwei Klimakonferenzen sind in der letzten Woche zu Ende gegangen: die Welt-Klimaverhandlungen in Bonn und das Klima-Treffen des EU-Ministerrates in Luxemburg. Beide Konferenzen haben zu wenig konkreten Ergebnissen geführt.

In Bonn hatten Delegierte aus 190 Ländern zwei Wochen lang getagt um die nächste Weltklimakonferenz in Durban vorzubereiten. Die Delegierten konnten sich jedoch nicht auf ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll einigen. Lediglich die EU, die Schweiz, Norwegen sowie Australien und Neuseeland würden sich an einer Neuauflage des Abkommens beteiligen. Diese Ländergruppe deckt jedoch nur gut 20 Prozent der weltweiten Treibhausemissionen ab. Zum Vergleich: Die Unterzeichnerstaaten des bisherigen Kyoto-Protokolls hatte immerhin 55 Prozent der Weltemissionen abgedeckt. Problematisch ist, dass sich wichtige Industriestaaten wie die USA, Russland, Japan und Kanada derzeit nicht an einem Nachfolgeabkommen beteiligen wollen. Klar wurde, dass „die USA und Kanada (…) nicht beitreten [würden], Japan nur, wenn auch die USA und China mitmachen. Russland wäre dabei, wenn es großzügige CO2-Ziele bekommt. China und Co. würden zwar in KP2 [= Kyoto-Protokoll 2] einsteigen, aber nur, wenn sie sich nicht auf konkrete CO2-Ziele verpflichten müssen“, berichtet die Frankfurter Rundschau. Positiv zu vermerken ist jedoch, dass die Delegierten die Gründung dreier Institutionen zur Bekämpfung des Klimawandels vereinbart haben: „Den Green Climate Fund zur Finanzierung der Klimaanstrengungen der Entwicklungsländer, ein Technologienetzwerk, um die Verbreitung von Klimaschutztechnologien zu beschleunigen und schließlich eine Organisation, die die weltweiten Vorbereitungen auf die unausweichliche Klimaerwärmung“ unterstützen soll.

Die wenige Tage später stattfindende EU Klimaverhandlung in Luxemburg verlief erfolglos. Im Vorfeld der Verhandlungen hatte die EU-Generaldirektion für Klima eine Tischvorlage erarbeitet. Diese formuliert feste Zwischenschritte für die Reduktion der Treibhausgasemissionen (25 Prozent Reduktion bis 2020, 40 Prozent bis 2030, 60 Prozent bis 2040 und 80 Prozent bis 2050). Die Vorlage enthält offenbar auch Vorschläge wie diese Einsparziele konkret zu erreichen seien (mit einem Schwerpunkt im Bereich Energieeinsparung). Am Ende konnten sich die Ländervertreter jedoch nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen. „Heillos zerstritten vertagten die Minister das Thema“ berichten die Klimaretter.

„Europa wartet ab, während der Klimawandel schneller voranschreitet als erwartet“, urteilt Greenpeace-Experte Stefan Krug. Diese schnelle Entwicklung des Klimawandels wurde in den letzten Tagen durch die Veröffentlichung verschiedener Studien belegen: Wie Messungen des Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung (AWI) ergaben, wird das Wasser des Atlantiks nördlich der Antarktis in Folge des Klimawandels immer wärmer – und zwar auch in den tieferen Schichten. Das Internationale Ozeanprogramm (IPSO), ein Zusammenschluss von Meeresforschern, warnt vor einem durch den Klimawandel bedingten Massensterben in den Weltmeeren. Die Forschergruppe Arctic Monitoring and Assessment Programme (AMAP) hat berechnet, dass der Meeresspiegel durch die Eisschmelze in der Arktis bis Ende dieses Jahrhunderts um bis zu 1,6 Meter steigen könnte. Und der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) veröffentlichte bereits im Mai diesen Jahres eine Studie zu den zukünftigen Auswirkungen des Klimawandels. Darin wird festgestellt, dass sich die Deutschen „in den kommenden Jahrzehnten auf immer häufiger und heftiger auftretende Wetterextreme einstellen“ müssen. „Extreme Stürme werden häufiger, Schäden durch Überschwemmungen nehmen zu.“ „Die gute Nachricht ist, dass der Klimawandel in Deutschland versicherbar bleibt. In anderen Regionen der Erde sieht das anders aus.“