Umwelt- und Windkraftverbände fordern eine Korrektur der EEG-Regelungen für Onshore-Windkraft:

In einer gemeinsamen Pressemeldung haben sich der Bundesverband WindEnergie (BWE) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in der Diskussion zur EEG-Novellierung zu Wort gemeldet.

Beide Verbände kritisieren die Pläne zur Verschlechterung der Onshoreförderung. Diese führe „eher zu einer Vollbremsung als zu einer Beschleunigung“ des Windenergie Ausbaus an Land. Dies sei insbesondere deswegen kritisch, weil der geplante Atomausstieg nur mit Hilfe der Windkraft zu bewältigen sei. Wie die Verbände weiter feststellen, widerspricht die geplante Verringerung der Vergütung den Empfehlungen eines wissenschaftlichen Begleitgutachtens das im Auftrag der Bundesregierung selbst erstellt wurde. „Es ist schon erstaunlich, dass die Bundesregierung das wissenschaftliche Begleitgutachten und die Meinung der Sachverständigen vollkommen ignoriert.“ so BWE Präsident Albers.

Des Weiteren wird kritisiert, dass energieintensive Unternehmen noch stärker von der EEG-Umlage entlastet werden sollen. „Die Privilegien für die Industrie wurden immer weiter ausgedehnt, obwohl gerade die energieintensiven Unternehmen von den durch die Erneuerbaren gesunkenen Preise an den Strombörsen stark profitieren. Aufgrund der Ausnahmen zahlen alle anderen Verbraucher schon jetzt jährlich zwei Milliarden Euro, die eigentlich die Industrie zahlen müsste“ so BUND-Vorsitzender Hubert Weiger.

Weiterhin fordern BUND und BWE eine Erhöhung des Ausbauziels für Erneuerbare Energien bis 2020 von bislang 35 auf 45 Prozent. Außerdem seien verstärkte Anstrengungen im Bereich der Energieeinsparung nötig. „Das wichtigste Gesetz für eine Energiewende fehlt im Gesetzespaket. Energiesparen und die Erhöhung der Energieeffizienz sind immer noch Stiefkinder der Politik dieser Bundesregierung. Dringend erforderlich sind ein ambitioniertes nationales Energieeffizienzgesetz und eine wirksame Effizienz-Richtlinie auf EU-Ebene.“

 

Auch der Verein windcomm schleswig-holstein e. V. meldete sich heute per Pressemitteilung zur  EEG-Novelle zu Wort. Der Verein ist ein Vertretungsorgan der schleswig-holsteinischen Windbranche. Seine Mitglieder umfassen alle Teilbereiche der Wertschöpfungskette der Onshore- und Offshore-Windindustrie.

Der Verein fordert ebenfalls eine Nachbesserung bei den Onshore-Vergütungssätzen. „Die Onshore-Windkraft ist neben der Wasserkraft die günstigste Form der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien. Um diese Art der Energiegewinnung, die Wertschöpfungspotenziale und die Arbeitsplätze im Land zu halten, müssen wir sie aber auch weiterhin fördern“, so Vorstandsvorsitzender Matthias Volmari. Zudem fordert der Verein, Onshore und Offshore nicht gegeneinander auszuspielen. „Für einen schnellen Ausstieg aus der Atomenergie braucht Deutschland nämlich beides: Eine effiziente Förderung der Windkraft an Land und auf See.“

Des Weiteren wendet sich die windcomm schleswig-holstein gegen die vorzeitige Streichung des Systemdienstleistungsbonus. Viele Projekte wurden unter Einbeziehung dieses Bonus kalkuliert. Jetzt wird der Bonus für Neuanlagen ohne Übergangsvorschrift zwei Jahre früher als geplant gestrichen. „Das wird den Ausbau der Onshore-Windkraft gerade an Binnenlandstandorten behindern. Das sind verschenkte Erzeugungskapazitäten, die wir für die Energiewende dringend brauchen“ so Meixner, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Vereins.

Der Repoweringbonus soll nach Plänen der Bundesregierung künftig nur noch für Anlagen mit einem Alter von maximal 17 Jahre gelten. „Gerade in Schleswig-Holstein ist das kontraproduktiv“, erklärt Asmus Thomsen, windcomm-Vorstandsmitglied. „Viele Anlagen sind bei uns älter als 17 Jahre, da wir hier die ersten Windräder entwickelt und errichtet haben.“ Die geplante Altersbeschränkung wirke daher dem vom Gesetzgeber erwünschte Repowering entgegen.