Schon mal von LCA gehört?

LCA bzw. Life Cicle Assessment oder auf deutsch auch Lebenszyklusanalyse meint die ganzheitliche Bilanzierung der eingesetzten und erwirtschafteten Energiemengen während der Produktions-, Betriebs- und Rückbauphase sowie um weitere potenzielle Auswirkungen auf die Umwelt – hier im Falle von Windenergieanlagen der Firma ENERCON aus Aurich/Ostfriesland. Als einziges Unternehmen (nach unseren Recherchen, wir lassen uns sehr gerne aufklären und freuen uns über andere Beispiele) hat ENERCON ihre LCA von unabhängigen Prüfern des TÜV Rheinland zertifizieren lassen.

Was heißt das nun genau: ‚Energetische Amortisationszeit‘ ist das maßgebliche Kriterium, wenn es um die Beurteilung der Umwelteigenschaften von Windenergieanlagen geht. Die Zahl beziffert den Zeitraum, in dem eine Anlage nach ihrer Errichtung Energie erzeugen muss, um den für ihre Herstellung und Errichtung erforderlichen Energieaufwand wieder hereinzuholen. ‚Damit haben wir die Nachhaltigkeit unserer Windenergieanlagen mit streng wissenschaftlichen Methoden nachgewiesen‘, sagt Holger Hoormann vom ENERCON Umweltmanagement.

Und wie ist nun das Ergebnis? Der Primärenergieverbrauch beträgt bspw. für die E-82 2.880 Megawattstunden (MWh) – so viel Energie ist nötig, um die Anlage zu produzieren, zu errichten, 20 Jahre lang zu betreiben und wieder abzubauen und zu entsorgen. Dem gegenüber steht die Nettoenergieproduktion während der Nutzungsphase. Sie wurde für Inlandsstandorte (101.990 MWh), küstennahe Standorte (117.550 MWh) und für Küstenstandorte (147.000 MWh) ermittelt. Aus kumuliertem Energieaufwand und Nettoenergieproduktion ergibt sich der Erntefaktor, der für Inlandsstandorte 35,4 beträgt, 40,8 für küstennahe Anlagen und 51 für Küstenstandorte. Während ihrer Nutzungsphase erzeugt eine E-82 E2/2,3 MW an einem Binnenlandstandort also 35,4 mal mehr Energie als sie während ihres gesamten Lebenszyklus verbraucht. An Standorten mit ausgezeichneten Windbedingungen (mindestens 4.400 Volllaststunden pro Jahr) ist sogar ein Erntefaktor von etwa 70 möglich. Energieverbrauch und Energieerzeugung führen zu einer energetischen Amortisationszeit von 6,8 Monaten (Inland), beziehungsweise 5,9 Monaten (küstennah) oder 4,7 Monaten (Küste). An herausragenden Standorten mit Erntefaktoren von zirka 70 verkürzt sich die energetische Amortisationszeit sogar auf 3,2 Monate.

Einfach gesprochen: An Standorten mit ausgezeichneten Windbedingungen dauert es nach der Inbetriebnahme nur rund drei Monate, bis sie ihre energetische Amortisationszeit erreichen. Aber auch wenn es sechs Monate dauert – die Zahlen sprechen für sich und belegen wieder einmal wie sauber Windstrom wirklich ist. Wir finden das: Spitze!

Quelle: ENERCON