Wie teuer ist Photovoltaik wirklich?

Letzte Woche wurden Zahlen veröffentlicht, die den Ausbau der Solaranlagen in Deutschland kennzeichnen. Hier (Prognos-Kurzgutachten im Auftrag des Bundesverbands Solarwirtschaft) wiederum findet Ihr ausführliche Materialien, die mit den immerwährenden Vorwürfen, Photovoltaik sei so unfassbar teuer und damit in Deutschland nicht tragbar. Vorab eine kleine Zusammenfassung der wichtigsten Fakten:

  • Seit 2008 wurden die Kosten für die Förderung von Solarstrom halbiert und die Leistung vervierfacht.
  • Der Strompreis ist in den letzten zehn Jahren um rund vier Prozent gestiegen. Von den in 2012 erwarteten 24,5 Cent pro Kilowattstunde entfallen lediglich 3,6 Cent auf die EEG-Umlage.
  • Von den 3,8 Cent mehr, die der Strom in 2016 im Vergleich zu 2012 kosten wird, gehen 0,46 Cent (=12 Prozent) auf den Zubau von Solaranlagen, bspw. aber 0,64 Cent (=17 Prozent) auf den Zubau von Offshore-Windparks (also Windenergieanlagen auf dem offenen Meer).
  • Bei einem geplanten Ausbau von Solarenergie um 70 Prozent in den nächsten vier Jahren sind das lediglich knapp zwei Prozent mehr am Strompreis, die solarbedingt sind.
  • Der vorgeschlagene Deckel bei einem Gigawatt (bedeutet: eine Förderung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz endet bei einem Gigawatt pro Jahr) würde  von 2012 bis 2016 den Strompreis um 1,4 Prozent senken, den Ausbau von Photovoltaik allerdings um mehr als 75 Prozent reduzieren.

Zum Vergleich ein Bild aus der Grundeinkommensdiskussion, das einen Deckel oder auch die Streichung einer Erzeugungsart (großflächige Photovoltaikanlagen) beschreibt:
Wenn man den gesamten Prozess gesellschaftlicher Wertschöpfung betrachtet, dann ist alles produktiv investierte Kapital im Grunde eine Art Saatgut (=in der Vergangenheit entstandene Kosten für Solarenergie durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz). Man muss immer erst einen Apfelbaum (=Photovoltaiktechnik) pflanzen, bevor man Äpfel (=Solarstrom) ernten kann. Man muss zudem rechtzeitig Rücklagen bilden, sprich, neue Bäumchen (=Anlagenzubau) ziehen. Man sollte zur Ernte natürlich nicht den Baum fällen. Und vor allem darf man seine Äpfel nicht pflücken, bevor sie reif sind (=Deckel oder einseitiger Ausbau).“

Eine sinnvolle Anpassung ist nie ein Fehler – ein aktionistisches Vom-Tisch-wischen jedoch sehr.

Hier gehts zu unserem Glossar, um sich in dieser Fachdebatte, umrankt von lebensfernen Begriffen, zurechtzufinden.