#LOA Tag 5: Leben und Sterben an der Elbe

Heute Abend wirds kriminell bei Lesen ohne Atomstrom: „Simone Buchholz lässt in „Schwedenbitter“ Staatsanwältin Riley dem Bösen nachspüren, in Jürgen Ehlers’ „Nacht von Barmbeck“ ist es Kriminalassistent Berger und für Gunter Gerlach ermittelt Privatdetektiv Brahms. Was die Romanfiguren eint – auch mit Journalist Mondrian, den STERN-Reporter Wolfgang Metzner nach dem Mordanschlag auf einen Atommanager auf die „Grüne Armee Fraktion“ ansetzt: Alle Rechercheure schnüffeln auf Sankt Pauli, manchmal sogar beim Fußball am Millerntor – und im Stadion nahe dem Kiez wird heute Abend auch gelesen.

Damit folgen die Krimi-Autoren einem ebenso aufrüttelnden wie höchst unterhaltsamen Abend im übervoll besetzten Malersaal des Schauspielhauses, wieder konnten nicht alle Lesefreunde eingelassen werden: Dort war die legendäre Schriftstellerin Gudrun Pausewang aufgetreten, die in ihrem neuesten Werk das „Leben danach“ eindrucksvoll skizzierte – das Leben nach dem GAU in einem deutschen Atomkraftwerk. Pausewang wurde optimal von „aspekte“-Moderator Tobias Schlegl ergänzt, der konsequent anderes las als mit den Organisatoren vereinbart, stattdessen sich literarisch der gezielten Sachbeschädigung gegen Umweltzerstörer widmete.

Heute Abend nun stellt sich auch noch das Krimi-Genre offen gegen den selbsternannten „Literaturförderer“ Vattenfall, für den Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler zunehmend einsam – dafür umso vehementer – die Werbetrommel rührt: Für Schriftstellerin Simone Buchholz ist es „einfach nur eklig, was da mit der Literatur passiert“.

Als Senatorin Kisseler sich kürzlich dann auch noch dazu verstieg, den Atomkonzern als „Mäzen“ für Hamburg zu adeln, gruselten sich selbst die hart gesottenen Krimi-Autoren – und reservierten umgehend den Ballsaal am Millerntor. Um mit spektakulärem Blick ins Stadion auch die Kriminalliteratur gegen den „Literaturmissbrauch“ in Stellung zu bringen,“ so der Veranstalter.

Im Aktionsblog schreibt Simone Buchholz heute auch. Für alle die nicht in Hamburg sein können. Und hier gibts immer wieder Aktuelles.