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Vom dienenden zum intelligenten Stromnetz
Beim Thema Netzausbau zur Integration der erneuerbaren Energien wird meist über große Stromtrassen diskutiert, die quer durch die Republik große Windparks mit den Verbrauchszentren verbinden sollen. Was dabei vernachlässigt wird, ist dass es auch einen erheblichen Ausbaubedarf im Verteilnetz gibt. Auf den niedrigen Spannungsebenen, auf denen der Strom weitestgehend unsichtbar bis in die Haushalte transportiert wird, gibt es mehr und mehr Einspeisung aus dezentralen Kleinanlagen, insbesondere aus erneuerbaren Energiequellen. Verteilnetze sind hierfür nicht ausgelegt worden. Probleme bereiten z.B. Zeiten, in denen die Einspeisung aus Photovoltaikanlagen lokal größer ist als der Strombedarf. In Bayern, wo die Photovoltaik-Einspeisung besonders hoch ist, musste E.ON bereits mehrmals Netzinvestitionen tätigen, die ausschließlich aufgrund der zunehmenden Einspeisung von regenerativ erzeugtem Strom nötig wurden.
Wenn die Netze an ihre Grenzen kommen, gibt es zwei Strategien, um die Stabilität zu sichern: Entweder werden die Leitungen und Umspannwerke verstärkt, sodass das Netz immer jede gewünschte Einspeisung und jeden Verbrauch bedienen kann. Eine Studie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW schätzt, dass dies bis 2020 Investitionen von bis zu 27 Milliarden Euro erfordern würde. Oder aber das Netz wird nicht ganz so großzügig ausgelegt, sondern nutzt die Flexibilität der Netznutzer, Verbrauch und Erzeugung ab und zu zeitlich so zu verschieben, dass teure Lastspitzen vermieden und erneuerbare Energiequellen besser genutzt werden können. Die smarte Lösung könnte in vielen Fällen die kostengünstigere sein. Der Ökostromanbieter Lichtblick hat beispielsweise errechnen lassen, dass ferngesteuerte Kleinkraftwerke die Ausbaukosten für bestimmte Teile des Verteilnetzes um acht bis 29 Prozent verringern können.
Hiermit ginge jedoch auch ein Paradigmenwechsel einher: das dienende Stromnetz, das jeden Stromtransport zu jeder Zeit ermöglicht, würde zu einem intelligenten Netz, das durch kluge Koordination von Erzeugung und Verbrauch die Versorgungssicherheit auch mit weniger dicken Leitungen gewährleistet.
Dieser Paradigmenwechsel baut darauf, dass die Netznutzer sich in ihrem Stromverbrauch auch tatsächlich beeinflussen lassen. Gewerbliche Verbraucher könnten Netzbetreibern erlauben, bestimmte Anlagen für einige Zeit ein- oder auszuschalten, wenn sich dadurch eine kritische Situation vermeiden lässt. Für Haushaltskunden könnte Strom je nach Tageszeit unterschiedlich teuer werden, sodass es sich lohnt, den Verbrauch in günstigere Zeiten zu verlagern. Energieversorger würden sich mehr und mehr von dem Standardmodell verabschieden, lediglich Kilowattstunden zu verkaufen und stattdessen mit differenzierteren Angeboten ihre Kunden in eine intelligente Energieversorgung mit einzubeziehen. Und Unternehmen auch außerhalb der Energiewirtschaft könnten das Potential für neue Geschäftsfelder nutzen. Der Verband der IT-Branche, BITKOM, hat das Thema Smart Grid als eines der Top 10 High-Tech Trends für 2012 ausgemacht und auch der ZVEI, Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie sieht es als eines der Trendthemen für 2012.
Die gesellschaftliche Debatte darüber, ob Netznutzern in Zukunft eine gewisse Flexibilität bei Stromverbrauch und Erzeugung abgefordert werden sollte, um die Kosten des Verteilnetzausbaus in Grenzen zu halten und die Effizienz des Energiesystems zu erhöhen, kommt erst langsam in Gang. Der Wandel des Stromnetzes von einer rein dienenden hin zu einer intelligenten Infrastruktur kann jedoch nur erfolgen, wenn es gelingt, eine Vielzahl von Verbrauchern für ihre neue Rolle im Energiesystem zu begeistern. Hierzu muss einer offener Dialog Klärung schaffen darüber, welche Eingriffe in die Autonomie für Verbraucher akzeptabel sind, welche Verbrauchsdaten sie von sich preiszugeben bereit sind und welcher Nutzen für Umwelt und Geldbeutel daraus resultiert. Dies ist nicht allein Aufgabe der Energieversorger, sondern geht alle Nutzer des Stromnetzes an.
Die Autorin Anke Weidlich ist Fellow bei der stiftung neue verantwortung und leitet dort das Projekt Smart Grids.
Bildrechte: © P. Scheller






Gut, das über das Verteilnetz gesprochen wird. Im Allgemeinen ist die Rede von ‘Dem Netz’ und wird vergessen, dass es zum Teil große Interessenunterschiede gibt zwischen Verteil- und Übertragungsnetz.
Schade, dass auch hier kein Geschäftsmodell ausgearbeitet wird. Energieversorger, die Kilowattstunden gegenüber variablen Preisen verkaufen, werden das an Hand von Großhandelspreise machen. Wenn diese Preise schon mit einer Netzlast zusammenhängen, dann mit der Last im Übertragungsnetz. Der Verteilnetzbetreiber kann keine wirtschaftlichen Anreize bieten.
Die Berechnung von Lichtblick bezieht sich auf BHKWs. Hier macht es Sinn, die Anlagen strom- statt wärmegeführt zu betreiben. Im eTelligence-Projekt haben wir auch damit gespielt. E.On kann seine Probleme auf diese Art nicht lösen. Und mit Emobility wird das Problem in Umweltbewussten Doppelverdienervierteln mit PV-Anlagen auf Dächern UND nachts ladenden vEhikel noch schlimmer werden: das Verteilnetz wird tagsüber überlastet mit Produktion, die im Übertragungsnetz dringend gebraucht wird UND es wird nachts überlastet mit sich ladenden Autos, die mit billigem Strom eingespeist werden. Durch verschiedene Anbieter, versteht sich, die keinerlei Beziehung mit dem Verteilnetzbetreiber haben dürfen.
Viele Smart-Grid-Ideeen kommen aus der US, wo der Markt ‘traditionell’ viel stärker mit dem Übertragungsnetz verknüpft ist, Preise im Übertragungsnetz ortsabhängig bestimmt werden (zonal oder nodal) und die große Versorger auch Verteilnetzbetreiber sind. Das Pecan Street Projekt zum Beispiel ist ein wunderbares Beispiel von Smart Grids, wie sie sich innerhalb der europäischen Regulierung nicht realisieren lässt.
Wir brauchen gute Geschäftsmodelle für ein Smart Grid. Dazu werden wir die momentane Regulierung in Frage stellen müssen.
MfG
Johan Steunenberg
Ökostrom von Greenpeace Energy stammt zu 100 Prozent aus umweltfreundlichen Kraftwerken, die erneuerbare Energien nutzen. Alle Kunden werden nach dem glaubwürdigsten Verfahren, der “zeitgleichen Einspeisung” versorgt. Das bedeutet, dass sauberer Strom eingespeist wird, wann immer die Kunden Strom verbrauchen, und in der Menge, in der sie ihn verbrauchen. Dafür wird der Verbrauch mit Hilfe so genannter Standardlastprofile errechnet.
LichtBlick-Gas wird jährlich durch den TÜV kontrolliert und zertifiziert. Der TÜV bescheinigt, dass LichtBlick-Gas in der laufenden Zertifizierungsphase vom 1. Oktober 2007 bis 30. September 2010 den gewährleisteten durchschnittlichen Mindestanteil von fünf Prozent Biogas enthält .
z.B. online unter http://www.lichtblick.de. Man kann ihn online ausfüllen, oder als PDF Dokument downloaden. Ich habe mir eine Broschüre bestellt. Da ist auch ein Vertrag dabei – aber man muss ihn ein wenig suchen. Er hängt unauffällig als Postkarte hintendran. Für mehr Infos und Beratung, gibt es von 08.00 bis 22.00 Uhr die gebührenfreie Nummer: 01802 – 660660 (12 Pfennig pro Anruf). Ich habe dort mehrmals angerufen und habe jedes mal sofort eine nette, geduldige und zuvorkommende Mitarbeiterin an der Strippe gehabt, die mir mit Engelsgeduld meine Fragen beantwortet hat. Das hat mich wirklich überzeugt. Und die Dame bat mich, unbedingt zu betonen dass sie nur Fließwasserkraftwerke haben, und alle Kraftwerke ohne Atomstrom betrieben werden. Das tue ich hiermit und zwar gerne!