Faszination und der Bedarf, zu diskutieren: Andreas Kühl bloggt für die Energiewende

Andreas Kühl betreibt seit 13 Jahren die Website energynet – ein Forum für die Themen Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. Neben dem Blog mit aktuellen Informationen bietet die Seite auch Servicetools wie einen Stromrechner und einen PV-Rechner an. Zudem verbreitet Andreas Kühl die umfangreichen Daten über Kanäle wie Twitter, Facebook und Xing, sowie bei Google+. Der Berliner ist einer der führenden deutschen Energiebloggern und der erste von ihnen, die wir in unserem Blog vorstellen möchten.

100 prozent erneuerbar stiftung: Herr Kühl, was ist Ihre Motivation eine Plattform zum Thema erneuerbare Energien mit einem solchen Elan und in Vollzeit zu betreiben?
Andreas Kühl: Da ist zum einen die Faszination der erneuerbaren Energien und das unheimlich große Potential, das mich schon seit der Kindheit fasziniert. Ich habe mich auch schon nach Tschernobyl mit den Problemen der Atomenergie und den Verflechtungen in der Energiewirtschaft auseinandergesetzt. Aber auch energiesparendes Bauen, wo ich meinen Schwerpunkt im Bauphysik-Studium hatte, und Energieeffizienz sind für mich sehr wichtige Themen, da es hier noch große Potentiale gibt.
Vollzeit hat sich ergeben, da wir zwei Kinder haben die ihre Zeit brauchen und eine Flexibilität bei der Arbeit erfordern. Daher ist Vollzeit nur eingeschränkt zu verstehen. Rein wirtschaftlich lohnt sich der große Zeiteinsatz derzeit nicht.

100%es: Wie haben sich die Nutzerzahlen der Seite und der weiteren Kanäle seit ihrer Entstehung entwickelt?
AK: Zu Beginn war die Seite ein Informationsportal mit vielen Links, so war die Seite recht gut bekannt bei anderen Seitenbetreibern und auch gut vernetzt. So richtig bekannt wurde die Seite erst durch den Start des Blogs Ende 2006 und dann durch den Start der Social-Media Kanäle ab 2009. Mittlerweile habe ich um die 10.000 Besucher im Monat, ca. 2.800 Follower bei Twitter und 340 Fans bei Facebook, sowie über 400 Follower bei Google+.

100%es: Welche Auswirkungen erhoffen Sie sich vom Austausch über erneuerbare-Energie-Plattformen für die Bundestagswahl 2013?
AK: Ich glaube, dass die Relevanz und der Einfluss der Plattformen für erneuerbare Energien im Netz noch nicht so hoch sind, dass sie Einfluss auf die Bundestagswahl haben. Aber was wir erreichen können ist eine Diskussion über die Politik anzuregen und Gedankenanstöße zu geben.

100%es: Welche Schwierigkeiten entstehen durch den freien Meinungsaustausch über soziale Netzwerke und wie gehen Sie damit  um?
AK: Man ist natürlich auch kritischen Stimmen ausgesetzt, aber dem muss man sich stellen. Man kann nicht jeden überzeugen, aber Diskussionen sind dennoch wichtig, und wenn ich dadurch die Argumente und Denkweise von anderen Menschen kennen lerne kann ich entsprechend in künftigen Beiträgen darauf eingehen.

100%es: Wie kann jeder einzelne dazu beitragen, die gemeinsame Stimme gegen die immense PR-Maschinerie der Energieriesen lauter werden zu lassen?
AK: Wichtig ist, mit vielen anderen Menschen zu diskutieren und die Argumente für die Energiewende zu verbreiten. Nicht nur in Online-Netzwerken müssen die Argumente verbreitet werden, auch im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis sollte man über Erneuerbare Energien und die Energiewende diskutieren. Gute Argumente liefern die verschiedenen Plattformen für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz.