Praxistraining für mehr Bürgerbeteiligung

Menschen wollen stärker über die Veränderung in ihrer unmittelbaren Umwelt mitbestimmen. Sie suchen nach neuen Wegen der Beteiligung, mit dem Wunsch nach frühzeitigen und umfassenden Informationsangeboten. Dieser Wunsch wird besonders häufig im Zusammenhang mit den Veränderungen die durch die Energiewende einhergehen geäußert. Bürgerbeteiligung muss allerdings sorgfältig durchdacht sein. Denn mit ihr einher geht ein neuer Ansatz, der nicht nur für professionelle Planungs- und Projektentwicklungsunternehmen ein grundlegend neues Prozess- und Kommunikationsverständnis erfordert. Vielmehr werden auch Kommunen und Planungsbehörden sowie insbesondere politische Mandatsträger ihre bisherige Arbeitsweise umstellen müssen. Denn herkömmliche Planungsprozesse im Rahmen der Raumordnung und Planfeststellung von Energieprojekten sind bisher wenig beteiligungsoffen und weitgehend ungeeignet für dialogorientierte Bürgerbeteiligung. Dazu kommt, dass oft die Bereitschaft der involvierten Akteure unzureichend ist, unterschiedliche Perspektiven anzuerkennen und auf gegenseitige Interessen einzugehen.

Daher sehen wir die Notwendigkeit, Beteiligungsprozesse stärker an der Realität von Planungsprozessen auszurichten sowie gleichwohl Planungsprozesse stärker den Voraussetzungen von Bürgerbeteiligung anzupassen. Denn wir sind der Überzeugung, dass gute Beteiligungsprozesse dabei helfen können, die Energiewende stärker an den Bedürfnissen der Bürger auszurichten und zu einer höheren Identifikation und Akzeptanz vor Ort beizutragen.

Die 100 prozent erneuerbar stiftung hat daher das Praxistraining Bürgerbeteiligung und Energiewende entworfen. In zwei Modulen lernen die Teilnehmer aus Kommunen, Unternehmen und Verbänden, wie Beteiligungsprozesse sinnvoll gestaltet, begleitet und durchgeführt werden können. Als Partner konnten wir die Universität Stuttgart, ziriusDialogik und die SRL gewinnen. Unter beteiligen.100-prozent-erneuerbar.de finden sie mehr Informationen und Anmeldemöglichkeiten.

Programm

 

Modul 1: 22. bis 24. September 2014, Kongresshaus

22. September: Den Status der Energiewende einschätzen, Wissen und Erfahrungen zu Beteiligung austauschen

10 bis 10:30 Uhr: Willkommen und Kaffee

10:30 bis 11 Uhr: Einführung und Vorstellungsrunde

11 bis 12 Uhr: Input
In welchem Energiesystem wollen wir leben? Energiepolitische Entwicklungen im Bereich Klimaschutz, Energieträger und Energieverbrauch

12 und 13 Uhr: Input
Bürger und Regionen als Treiber der dezentralen Energiewende

13 bis 14 Uhr: Mittagspause

14 bis 17 Uhr: World Café
Erfahrungsaustausch und Erwartungen an Bürgerbeteiligung

17:30 bis 18 Uhr: Get-Together

23. September: Theorie und Fallbeispiele zu Beteiligung und Energiewende verknüpfen

8:30 bis 9 Uhr: Ankommen und Kaffee

9 bis 12 Uhr: Input
Gesellschaftliche Trends zur Beteiligung: Was die deutsche Energiewende dringend benötigt
Bausteine der Bürgerbeteiligung in der Theorie
Akzeptanz und Selbstwirksamkeit: Einflussfaktoren für Bürgerverhalten

12 bis 13 Uhr: Übungen in Kleingruppen und im Plenum

13 bis 14 Uhr: Mittagspause

14 bis 17 Uhr: Fallbeispiele aus Deutschland zum Thema Energiewende und Beteiligung: u.a. regionale Energiekonzepte, Planungsverfahren, Bürgerinitiativen, Windparks und Netze

17 bis 18 Uhr: Übung: Konzepte zur Beteiligung selbst entwerfen

24. September: Regionale Projekte in der Praxis begleiten und Erfolgsfaktoren kennen lernen

8:30 Uhr: Treffpunkt zur Exkursion

9 bis 12 Uhr: Exkursion: Spaziergang Energie und Partizipation in Heidelberg: das Erlernte vor Ort besichtigen und mit Beteiligten diskutieren

12:30 bis 13:30 Uhr: Mittagspause

13:30 bis 15 Uhr: Input
Erfolgsfaktoren lokaler Bürgerbeteiligung: Erkenntnisse und offene Fragen
Effizienz vs. Legitimität: Integration von Beteiligung in politische Prozesse

15 bis 16 Uhr: Input
Regionalplanung im Vergleich: Wie Planung und Beteiligung in Einklang gebracht werden kann

16 bis 17 Uhr: Übungen zur Konzeption und Durchführung einer Bürgerbeteiligung

17 bis 17:30 Uhr: Zusammenfassung zu Modul 1 im Plenum

 

Modul 2: 6. bis 7. Oktober 2014, IWH

6. Oktober: In Beteiligungsprozessen bewusst kommunizieren und Konflikte aktiv angehen

10 bis 10:30 Uhr: Willkommen und Kaffee

10:30 bis 11 Uhr: Einführung und Rückblick auf Modul 1

11 bis 13 Uhr: Input
Information und Kommunikation in der Beteiligung
Diversität der Teilnehmer: Unterschiedliche Rollen und Perspektiven

13 bis 14 Uhr: Mittagspause

14 bis 16 Uhr: Übung und Training: Information und Kommunikation in der Beteiligung

16 bis 17:30 Uhr: Input
Konflikte als normales und erwartbares Element bei der Energiewende

17:30 bis 18:00 Uhr: Get-Together

18 bis 19 Uhr: Gastvortrag: Beteiligung aus Sicht der Landespolitik Baden-Württemberg

7. Oktober: Das Gelernte anwenden, den Perspektivwechsel erleben

8:30 bis 9 Uhr: Ankommen und Kaffee

9 bis 11 Uhr: Praxisübungen zur Konfliktlösung in Gruppen

11 bis 16 Uhr: Planspiel Beteiligung „Energiewende in Gemeinde XY“ (inkl. Mittagspause)

16 bis 17:30 Uhr: Evaluation des Praxistrainings im Plenum und Zertifikatvergabe