Posts Tagged ‘Mainz’

Gelungene Premiere des Energie-Parcours beim Kinderfestival

Montag, Juni 21st, 2010

Die Premiere beim gestrigen Kinderfestival im Mainzer Volkspark war gelungen, der Andrang groß beim 100%-Energieparcours. Besonders gefragt waren die erstmals zum Einsatz gekommenen Elektroflitzer – doch vor dem Preis steht bekanntlich der Schweiß. So mussten die kleinen und großen Rennfans erst einmal die vier Infostationen am Elektro-Trimmfahrrad, beim Windanlagen-Basteln, dem Solarkocher- und Stromkreislauf sowie bei der Bioenergie durchlaufen und entsprechende Fragen beantworten. Zum krönenden Abschluss durfte dann mit den E-Flitzern im 100%-gebrandeten Parcours die Geschicklichkeit getestet werden. Ein große Lob und Dankeschön nicht nur an das 100%-Team mit Peter und Ralf, sondern auch wieder an die unermüdlichen Helfer Annette und Peter Fischer, Christoph Lohde sowie Jana und Isabel Seebald, die die Stationen für die Kiddys zum echten Erlebnis gemacht haben.
70.000 große und kleine Besucher tummelten sich bei der 14. Auflage dieses von der Sportjugend im Landessportbund Rheinland-Pfalz Top organisierten Festivals an über 60 Spiel-, Sport und Spaßstationen. Sie freuen sich sicherlich schon auf das 15. Festival, dass am 19. Juni 2011 – eine Woche vor dem Start der Sommerferien – im Volkspark über die Bühne gehen wird.

Feed the Hungry: Interview mit Jean-Pierre Rummens

Mittwoch, März 3rd, 2010

Am 21. März findet in Mainz ein großes Event zum Start von “Die 4. Revolution – Energy Autonomy” statt: Wir zeigen den Film im Bruchwegstadion und im Anschluss geben 2raumwohnung ein Konzert. Wir machen das nicht, weil es uns sonst zu langweilig wäre. Wir verbinden mit diesem besonderen Abend eine sinnvolle Aktion. Denn erneuerbare Energien können mehr! Sie versorgen uns langfristig und zuverlässig, z.B. mit Strom.

Nach dem unheilvollen Erdbeben von Haiti haben wir beschlossen, eine dortige Krankenstation zu unterstützen. Mit einer Solaranlage. Nun sprechen wir mit Jean-Pierre Rummens über dieses Projekt und seine persönliche Motivation, sich seit Jahren in den Krisenherden dieser Welt zu engagieren:

Herr Rummens, wenn man Sie googlet, stößt man als erstes auf drei Stichworte: Feed the Hungry, Team 112, Mensch des Jahres. Helfen Sie unseren Lesern und klären Sie uns bitte kurz auf. Was verbirgt sich hinter den beiden ersten Begriffen?
Feed the Hungry hat sich zum Zeil gesetzt das Gebot der Nächstenliebe nicht nur fromme Worte sein zu lassen. Wir möchten Menschen die aus was für Gründen auch immer, in Not geraten sind, das nötigste zum Leben geben. Das sind Nahrung, Wasser und ein Dach über dem Kopf, auch wenn das im Fall der Überlebenden des Erdbebens in Haiti, auch vielleicht nur eine Plastikfolie ist, die aber doch etwas Schutz bringt.

„Mensch des Jahres“, eine Auszeichnung vom SWR, wurden Sie aufgrund Ihrer Arbeit in Afghanistan. Was haben Sie dort gemacht?
Gleich nach dem 11. September 2001 bin ich in das Gebiet am Hindukush gereist, weil ein Schlag der Amerikaner gegen Afghanistan zu erwarten war. Tausende von Menschen waren zum einen wegen des Krieges, der Angriffe auf der Flucht, aber auch auf der Flucht vor der Taliban. Damals haben wir ein Zeltlager mit aufgebaut in dem wir jeden Tag 17.500 Menschen drei mal am Tag mit Essen versorgt haben.

Kommen wir zu dem aktuellen Projekt. Zusammen mit 100% erneuerbar verfolgen Sie die Realisierung einer Solaranlage in Haiti. In welcher Beziehung steht das zu „Love a child“?
„Love a Child“ ist eine christliche Arbeit in Haiti. Seit 1989 arbeitet Feed the Hungry schon auf Haiti. Als Organisation haben wir seit dem Tsunami in Süd-Ost-Asien ein Projekt ins Leben gerufen das sich „Every Child, Every Day“ nennt. In Haiti ist „Love a Child“ unserer Partner vor Ort, der sich um Waisen- und Straßenkinder kümmert. Insgesamt versorgen wir dort etwa 2.200 Kinder jeden Tag mit essen, weltweit sind es etwa 25.000. Bis zum Ende 2010 wollen wir 50.000 Kinder versorgen. Um Kinder versorgen zu können, um zu kochen, um Unterricht abhalten zu können, um sie medizinisch versorgen zu können, bedarf es Energie. Wir alle wissen wie teuer Energie hier in Deutschland oder Europa ist. Doch dort in Haiti ist Energie für die meisten unbezahlbar. Und für ein Waisenhaus, für eine Arbeit die so viele Kinder versorgt, versucht aus ihnen lesende und schreibende Kinder zu machen, wird es immer unerschwinglicher sich herkömmliche Energie zu beschaffen. Wir müssen bedenken, diese Arbeiten sind durch spenden finanziert. Gutes Geld wird regelrecht „verheizt“ das man in Lebensmittel, Ausbildungsstätten und medizinischer Versorgung  umsetzten könnte.

„Hilfe die bleibt“ – das ist die Überschrift des Spendenprojekts. Haiti ist nicht erst seit dem Erdbeben ein Brennpunkt. Warum ist die Investition in eine Solaranlage sinnvoller als bspw. die Bereitstellung von Lernmaterialien?
Auch zum lernen braucht man Strom. Wenn wir jetzt  eine Solaranlage bereitstellen, spart das Kosten die wir in andere Dinge, zum Beispiel Lernmaterial umsetzten können. Doch die Kosten die vor Ort gespart werden, können investiert werden in den Ausbau der bestehenden Waisenhäuser. Denn Waisen gibt seit dem Erdbeben leider wieder viele mehr.

Erzählen Sie uns von der Einrichtung vor Ort – für wen ist sie gedacht?
Sie ist für ursprünglich für Kinder von der Strasse gedacht gewesen bzw. für ausgesetzte Kinder. Kranke oder behinderte Kinder werden dort einfach ausgesetzt. Jetzt nach dem Erdbeben kann man nicht stur an diesem ursprünglichen Zweck festhalten. Deswegen wird im Moment jedem geholfen, der Hilfe braucht. Das medizinische Personal (22 Mediziner) arbeiten rund um die Uhr.

Was ist seit dem Beben passiert?
Feed the Hungry hat mit der Hilfe von „Love a Child“ Tausende von Überlebenden geholfen. Mit Nahrungsmittel, Trinkwasser und Zelten. Im Moment ist ein erneuter Container unterwegs. Ein Team aus Freiwilligen wird in kürze helfen weitere Zelte aufzubauen.

Wer kontrolliert, dass die Spendengelder auch wirklich dafür genutzt werden, wofür sie gedacht sind?
Keine Organisation kann sich noch erlauben, den Weg der Spenden nicht selbst zu kontrollieren. Das sind wir nicht nur dem Fiskus schuldig, sondern auch den Menschen die oft ihr letztes geben um anderen zu helfen. Wir als Feed the Hungry haben mit den Verantwortlichen von „Love a Child“, wie mit anderen Partnern in anderen Teilen der Welt auch, Verträge. Sie sind sogenannte „Hilfspersonen“ Das ist der juristische Ausdruck dafür. Diese Hilfspersonen müssen uns, das ist nach deutschem Recht so geregelt, in regelmäßigen vorgegebenen Abständen Berichte liefern was gemacht wurde und auch eine Abrechnung mit entsprechenden Belegen, vorweisen. Doch uns als FTH reicht das nicht. Deswegen sehen wir regelmäßig selbst nach, einer meiner Aufgaben, ob vor Ort auch wirklich auch alles so läuft wie es laufen soll. Letztendlich bin ich aber als Geschäftsführer und Vereinsvorsitzender verantwortlich. Und daher nehme ich mir auch die Freiheit das selbst zu kontrollieren. Aber ich kann, nicht ganz ohne Stolz sagen, das wir gute verantwortungsvolle Partner haben, die ihre Arbeit und ihr wie unserer gemeinsames Anliegen, Menschen zu helfen, sehr ernst nehmen. Wie am Anfang schon erwähnt. Nächstenliebe sollen keine fromme Worte bleiben, sondern zu Taten werden.

Wir werden natürlich immer wieder über das Projekt und Jean-Pierre Rummens berichten. Denn getreu unserem Motto “Hilfe, die bleibt” sind wir an einer wirklich nachhaltigen Unterstützung interessiert. Zehn Prozent der Ticketeinnahmen fließen direkt in das Projekt. Darüber hinaus sammeln wir Spenden, und leiten diese direkt an Feed the Hungry weiter.

We proudly present:

Freitag, Februar 26th, 2010

Die 4. Revolution – Energy Autonomy kommt in die deutschen Kinos und wir starten eine Spendenaktion für Haiti. Einahmen aus Sponsoring- und Ticketeinnahmen von Kino&Konzert fließen direkt in eine Solaranlage auf Waisenhäusern und Krankenstationen. Zusammen mit Feed the Hungry und Love a child wollen wir dafür sorgen, dass Bedürftige nachhaltig aufs beste versorgt werden können. Dazu braucht es Strom. Und Solarenergie gibt es immer.

Revolte macht Spaß! Um das Nützliche und vor allem das Wichtige mit dem Angenehmen zu verbinden, verbinden wir mit der Spendenaktion ein Event der Extraklasse: Am 21. März zeigen wir den Film im Mainzer Bruchwegstadion. Im Anschluss spielen 2raumwohnung in der Coface-Lounge. Tickets gibt es in Kürze online zu bestellen.

Mainz noch nicht erstklassig

Dienstag, Juni 9th, 2009

Erst drei Prozent Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung

Mainz ist noch nicht erstklassig – nein, nicht beim Fußball, sondern, wenn es um die Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien geht. Trotz möglicher Potenziale.

Mainzer Bruchwegstadion: Die Photovoltaikanlage der Nordtribüne liefert seit 2004 jährlich über 200.000 Kilowattstunden sauberen Strom.

Mainzer Bruchwegstadion: Die Photovoltaikanlage der Nordtribüne liefert seit 2004 jährlich über 200.000 Kilowattstunden sauberen Strom.

Bei einem jährlichen Stromverbrauch der Mainzer von insgesamt 1,4 Milliarden Kilowattstunden (kWh) haben die erneuerbaren Energien (EE) wie Windkraft, Photovoltaik und Bioenergie lediglich einen Anteil von rund drei Prozent. Darüber hinaus leisten weder die Wasserkraft noch die Geothermie einen durchaus möglichen Beitrag zur Mainzer Energieversorgung. Doch dies soll sich nach dem Willen des Mainzer Stadtrat ändern: Am 18. Juni 2008 wurde mehrheitlich beschlossen, den Anteil der erneuerbaren Energien zur Deckung des Mainzer Strombedarfs auf 30 Prozent bis zum Jahr 2020 zu erhöhen. Klar ist: Der gesamte Energiebedarf aus erneuerbaren Energien kann nicht direkt aus Mainz kommen. Klar ist auch: In Mainz und der näheren Umgebung gibt es keine zur Energiegewinnung geeigneten Bodenschätze. Alle „klassischen“ Energieträger wie Öl, Gas, Kohle und Uran müssen aktuell, vielfach aus Krisenregionen, importiert werden.

100% Stromversorgung aus erneuerbaren Energien für Mainz realisierbar.

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Umland ist damit bei der Energielieferung zwingend notwendig und sinnvoll. Potentiale gibt es sowohl in Mainz als auch in der näheren Umgebung in ausreichendem Maße. Bis zum Jahr 2020 könnte mit entsprechender Finanzkraft und politischem Willen eine 100%-ige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien für Mainz umgesetzt werden. So würde das Szenario einer rein regenerativen Energieversorgung für Mainz aussehen: Rund 70 Windkraftanlagen in der Region Mainz könnten 55 Prozent des heutigen Strombedarfs von Mainz decken. Über auf Dach- und Freiflächenanlagen (u.a. auf Eigenheimen, Gewerbe- und Industriebauten sowie Parkplatzüberdachungen) montierte Photovoltaikanlagen (PV) würden rund 25 Prozent des heutigen Strombedarfs von Mainz decken. Biomasse könnte aus dem Pfälzer Wald, dem Westerwald und aus Rheinhessen nach Mainz transportiert und Biogas in vorhandene Netze eingespeist oder in Heizkraftwerken mit einem Wirkungsgrad von rund 90 % in Strom und Wärme umgewandelt werden.

Weitere Energielieferanten: die Wasserkraft und die Geothermie. Diese drei letzten erneuerbaren Energieträger würden ca. 30 Prozent des heutigen Strombedarfs in Mainz decken. Investitionsvolumen aller fünf regenerativen Energieträger insgesamt: knapp 1,5 Milliarden Euro. Welche Konzepte zum Ausbau der erneuerbaren Energien haben die für den Mainzer Stadtrat kandidierenden Politiker? Wir wollten es genau wissen – und fühlten den Spitzenkandidaten mit vier Fragen auf den Zahn (siehe Sonderbeilage rechte Spalte). Das Ergebnis: Fast alle wollen die erneuerbaren Energien in Mainz vorantreiben, unterscheiden sich aber im Wesentlichen bei den Aussagen über die konventionelle Stromversorgung und den Bau von Windenergieanlagen.

Perspektiven der Erneuerbaren in Mainz:
1. Erneuerbare Energien haben in Mainz und im Umland riesige Potentiale
2. Unabhängigkeit von Energieimporten
3. Wirtschaftskraft der Region steigt durch Pacht- und Gewerbesteuer-Einnahmen.